20.01.2021 14:14 |

Plattform half

Australier adoptieren gestrandete Backpacker

Durch die Coronavirus-Pandemie waren viele Backpacker in Australien gestrandet - der Lockdown stellte die Urlauber vor ungeahnte Herausforderungen. Tausenden von ihnen konnte die Plattform „Adopt a Backpacker“ helfen. Familien nahmen die Reisenden kostenlos auf, die sich revanchierten, indem sie beispielsweise bei Gartenarbeiten halben oder auf Kinder aufpassten.

Nach einigen Monaten quer durch Australien wollte die Deutsche Nicole Pernsich an der Westküste Arbeit suchen. Die 20-Jährige war mit einem Working-Holiday-Visum in „Down Under“ - aber dann kam Corona, und mit dem Virus der Lockdown. Eine Weile zog sie mit ihrem Freund noch von Campingplatz zu Campingplatz, bis auch die schließen mussten. Dann entdeckte sie auf Facebook „Adopt a Backpacker“ - und kam die nächsten zwei Monate gratis bei einem Australier nahe Mandurah unter.

Gelegenheitsjob in Pandemie Mangelware
Wie ihr ging es vielen jungen Menschen, die mit einem Ferien-Arbeits-Visum einen längeren Aufenthalt in Australien geplant hatten. Plötzlich standen sie ohne Geld und Gelegenheitsjobs da. Als eine gute Freundin wegen dieser Situation unvermittelt aus Australien abreisen musste „und all ihre Träume direkt vor unseren Augen zerplatzten“, kam der Holländerin Nikki de Weerd (25) und dem Philippiner Miguel Fuentes (35) eine Idee.

Um Backpackern aus aller Welt zu helfen, die Krise möglichst kostensparend und sicher zu überstehen, gründeten sie Ende März 2020 die erste „Adopt A Backpacker“-Facebookseite. Nach dem Start in Westaustralien verbreitete sich die Initiative wie ein Lauffeuer: Schon nach einer Woche gab es in jedem australischen Bundesstaat eine eigene Gruppe, wenige Monate später auch in Neuseeland und Kanada, mittlerweile sogar in Frankreich und Großbritannien. „Unser Netzwerk hat mittlerweile 35.000 Mitglieder weltweit“, erzählt Nikki.

Meisten Backpacker stammten aus Deutschland
Gestrandete Backpacker und Menschen mit genügend Wohnraum können hier direkt in Kontakt treten - und das tun sie. „Wir schätzen, dass wir seither 10.000 bis 15.000 Menschen helfen konnten“, sagt Miguel. „Wir denken, dass etwa 15 Prozent von denen, die die Plattform bisher genutzt haben, aus Deutschland stammen - und ehrlich gesagt bekommen deutsche Backpacker immer extrem gute Bewertungen von den Gastgebern.“

Unterkunft gegen Hilfe in Haushalt oder Garten
Was „Adopt a Backpacker“ von anderen Plattformen und Couchsurfern unterscheidet: Rucksacktouristen werden ermutigt, als Gegenleistung für die kostenfreie Unterkunft den Gastgebern zu helfen - etwa im Haushalt, bei der Gartenarbeit oder beim Babysitten.
Zurück bekommen die meisten Backpacker von ihren Gastgebern einen Einblick in die Kultur des Landes und die Erfahrung, am echten Leben der „Ozzies“ teilzuhaben.

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