Viel Leistung pro Euro

Preiskracher aus China: Das Realme 7 5G im Test

Digital
30.01.2021 06:01

Die chinesische Marke Realme schickt sich mit gut ausgestatteten Smartphones zu fairen Preisen an, den europäischen Markt umzukrempeln. Das neue Realme 7 5G etwa verspricht schnellen 5G-Mobilfunk und eine vernünftige Ausstattung für weniger als 300 Euro. Wie gut ist der Preishit aus China? Wir haben es getestet.

In einer Zeit, in der man für ein Smartphone der Oberklasse über 1000 Euro auf den Tisch legt, ist die Mittelklasse Zuflucht preisbewusster Nutzer. Sie erfreut sich an einstigen Oberklasse-Features wie scharfen, fast randlosen Displays, auflösungs- und lichtstarken Multi-Kamerasystemen, genug Rechenkraft. Kurzum: Für die allermeisten Smartphone-Nutzer braucht es gar kein 1000-Euro-Handy.

Mit 6,5 Zoll Diagonale ist das Realme 7 5G kein kleines Smartphone. (Bild: Dominik Erlinger)
Mit 6,5 Zoll Diagonale ist das Realme 7 5G kein kleines Smartphone.

120-Hertz-Display mit hoher Auflösung
Da trifft das Realme 7 5G mit seinem Preis von 300 Euro auf eine breite Käuferschicht - und lässt für den Alltag nichts missen, haben wir im Test festgestellt. Ein scharfes, helles IPS-Display mit 120 Hertz Bildwiederholrate - praktisch für Gamer - liefert zwar keinen OLED-Kontrast, aber stellt dennoch Stand- wie Bewegtbilder schön natürlich dar. Bei 2400 mal 1080 Pixeln Auflösung sieht man keine Einzelpixel auf den 6,5 Zoll Diagonale.

(Bild: Dominik Erlinger)

Überraschend starker Mediatek-Chip
Der hierzulande etwas exotische Mediatek-Prozessor Dimensity 800U mit acht bis zu 2,4 Gigahertz schnellen ARM-Kernen, gepaart mit sechs Gigabyte RAM, liefert ein flüssiges Android-Erlebnis auf den Bildschirm. Der Chip aus Taiwan lieferte im Test mit der Qualcomm-Mittelklasse vergleichbare Leistung und ist auch spieletauglich - kein High-End-Chip, aber eben gute Mittelklasse.

Gute Kamera für den Alltag
Bei der Kamera - 48 Megapixel (F/1.8) bietet die Hauptkamera mit schnellem Phasenvergleichs-Autofokus, dazu gibt‘s eine 8 Megapixel Weitwinkel- und 2-Megapixel-Makrokamera - wird für den Preis ebenfalls einiges geboten. Die Hauptkamera liefert in gutem Licht scharfe und natürliche Schnappschüsse, hier fehlt es dem Normalverbraucher an nichts.

Die Kamera steht relativ weit aus dem Gehäuse hervor, man sollte also eine Hülle nutzen. (Bild: Dominik Erlinger)
Die Kamera steht relativ weit aus dem Gehäuse hervor, man sollte also eine Hülle nutzen.

Die Weitwinkel- und Makrokamera sind nette Dreingaben, liefern aber nicht die Bildqualität der Hauptkamera. Im schlechten Licht sind mit dieser immer noch akzeptable Fotos drin, so ausgefuchste Nachtmodi wie in der 1000-Euro-Klasse, 4K-Videos bei hohen Bildraten oder optisch stabilisierte Videos sollte man hier aber nicht erwarten. Braucht aber auch nicht jeder.

Die Lautstärkewippe ist - etwas ungewohnt - ander linken Geräteseite platziert. (Bild: Dominik Erlinger)
Die Lautstärkewippe ist - etwas ungewohnt - ander linken Geräteseite platziert.
Der Entsperr-Button mit eingebautem Fingerscanner befindet sich rechts. (Bild: Dominik Erlinger)
Der Entsperr-Button mit eingebautem Fingerscanner befindet sich rechts.

Gute Ausstattung, ausdauernder Akku
Die übrige Ausstattung ist grundsolide: 16-Megapixel-Selfiekamera, 128 GB per microSD-Karte erweiterbarer Speicher, dicker 5000-mAh-Akku. Der Fingerscanner ist rechts im Entsperrknopf, die Lautstärkewippe etwas ungewohnt links angebracht. Mit 5G, .ac-WLAN, Bluetooth 5.1, NFC und den üblichen Navigationsdiensten wird eine zeitgemäße Funkausstattung geboten, 5G wird bei vielen Käufern aber wohl erst einmal unangetastet bleiben, bis erschwingliche Tarife existieren.

Klinke vorhanden, Netzteil liegt bei
Der Akku hielt im Test problemlos einen Tag Betrieb durch. Wenn man die Finger von stromhungrigen Spielen im 120-Hertz-Modus lässt, genügt der Strom erfahrungsgemäß auch zwei Tage. Dauerspieler werden ihn auch an einem Tag leer kriegen, Stromsparmeister vielleicht sogar einen dritten Tag herausholen. Geladen wird über USB-C, mit dem beiliegenden 30-Watt-Ladegerät ist der Akku nach etwas mehr als einer Stunde voll.

Geladen wird über USB-C, ein Klinkenanschluss für Kopfhörer mit Kabel ist vorhanden. (Bild: Dominik Erlinger)
Geladen wird über USB-C, ein Klinkenanschluss für Kopfhörer mit Kabel ist vorhanden.

Das Realme 7 5G steckt in einem sauber verarbeiteten Kunststoffgehäuse, aus dem die Kamera etwas hervorsteht, weshalb man eine Hülle nutzen sollte. Die Gehäusesteifigkeit passt, das Gerät wirkt stabil und haptisch durchaus teurer, als es ist. Die Tasten haben einen klaren Druckpunkt, der Fingerscanner im Entsperrknopf arbeitet flott und zuverlässig. Der Mono-Lautsprecher ist laut genug, klingt aber eher blechern. Erfreulicherweise gibt es eine Audioklinke und eine Dual-SIM-Möglichkeit.

Die Frontkamera lugt aus einem Loch im Display. (Bild: Dominik Erlinger)
Die Frontkamera lugt aus einem Loch im Display.

Am Realme 7 5G ist Android 10 vorinstalliert. Das Design wurde dort und da leicht umgestaltet, aber nichts grundlegend verändert. Googles Play Store und die anderen gewohnten Android-Bordmittel sind vorhanden. Das System ist aufgeräumt und weitgehend frei von Bloatware. Im mehrwöchigen Testzeitraum kamen regelmäßig Sicherheits- und Versions-Updates herein. Wie es der Hersteller langfristig mit der Update-Versorgung hält, können wir aber noch nicht sagen.

Fazit: 5G in einem Smartphone für weniger als 300 Euro ist angesichts der noch sehr teuren Tarife zwar ein bisschen paradox und wird wohl oft noch gar nicht ausgereizt. Das Realme 7 5G ist aber auch abseits seiner Funkausstattung ein taugliches Smartphone für den Alltag. Mit dem 120-Hertz-Bildschirm, dem überraschend starken Prozessor, der guten Kamera und dem ausdauernden Akku fehlt es ihm an nichts. Den blechernen Klang und den Verzicht auf teure Extras wie ein wasserdichtes Gehäuse oder kabelloses Laden kann man bei diesem Preis verschmerzen.

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