14.01.2021 05:00 |

Knochenschwund

Auch Kinder können Osteoporose haben

Kinder mit genetischer Veranlagung zu porösen Knochen erleiden oft noch vor dem 5. Lebensjahren ihren ersten Bruch. Die Pubertät erhöht dann das Frakturrisiko, da die Knochenbildung häufig hinter dem Höhen- und Gewichtswachstum hinterherhinkt.

„Häufige Knochenbrüche, Frakturen der langen Röhrenknochen bei geringer Krafteinwirkung und Wirbelkörpereinbrüche können auf eine besondere Verletzlichkeit der Knochen hinweisen. Ob nähere Untersuchungen erforderlich sind, kann der Kinder- und Jugendarzt beurteilen. Die Knochenstärke von Heranwachsenden unterliegt verschiedenen Einflussfaktoren wie Genetik, Ernährung, Bewegung und Sport, aber sie kann auch durch Medikamente und bestimmte Krankheiten verändert werden“, erklärt Prim. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Högler, Vorstand der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde am Kepler Universitätsklinikum und Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ). Erblich bedingt ist vor allem die Glasknochenkrankheit. Weiters erhöhen chronisch entzündliche Erkrankungen, Leukämien, langfristige Behandlungen mit Kortison-Präparaten (wie etwa bei rheumatologischen Erkrankungen, z.B. juvenile idiopathische Arthritis), oder mit Antiepileptika das Knochenbruchrisiko. Auch Essstörungen können die Knochen schädigen. Da der Körper dabei nicht ausreichend Energie und Nährstoffe erhält, leidet auch das Knochenwachstum und die Knochenstärke von Betroffenen. Chronisch entzündliche Darmerkrankungen können ebenfalls Ursache für Mangelernährung und Osteoporose sein.

Um Knochensubstanz aufzubauen, ist ausreichende Versorgung mit Phosphat, Kalzium und Vitamin D erforderlich. „Haben Kinder ein Risiko für die Entwicklung eines Mangels an diesen Mineralisationsbausteinen, wie z.B. durch eine chronische Darmerkrankung oder müssen sie bestimmte Medikamente einnehmen, sollten Eltern wie Ärzte auf eine ausreichende Zufuhr von Kalzium und Vitamin D sorgen. Kalzium ist vor allem in Milch und Milchprodukten enthalten, aber auch in grünem Gemüse wie Kohl, Spinat, Brokkoli und Lauch. Vitamin D benötigt der Körper, um Phosphat und Kalzium aus dem Darm aufzunehmen, welches dann für die Mineralisation von Knochen und Zähnen zur Verfügung steht. Dieses Vitamin wird zu 80 bis 90% durch den Einfluss des UV-B-Lichts auf der Haut gebildet und nur geringfügig über die Nahrung aufgenommen. Damit die Haut das Vitamin herstellen kann, reichen täglich etwa 15 Minuten direkte Sonnenexposition auf Unterarme und Gesicht, von April bis Oktober. Im Winter und Frühling sind wir auf externe Zufuhr dieses Vitamins angewiesen, weil das Sonnenlicht in diesen Jahreszeiten in unseren Breitengraden das notwendige UV-B-Spektrum für die Vitamin-D-Produktion in der Haut nicht beinhaltet. Milch, Fisch, Pilze und Eier gehören ebenso zu den Vitamin-D-Lieferanten“, empfiehlt Prim. Högler. Durch regelmäßige Bewegung, wird das Knochenwachstum ebenfalls angeregt. 

Karin Rohrer-Schausberger, Kronenzeitung

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