26.11.2020 10:46 |

Vorsicht, Falle!

„Krone“ und Lugner als Köder für Bitcoin-Betrug

Nicht zum ersten Mal nutzen Bitcoin-Betrüger den guten Namen der „Krone“ und heimischer Promis, um unbedarfte Internetnutzer in die Falle zu locken: Diesmal wirbt angeblich Richard Lugner für ein vermeintlich lukratives Bitcoin-Investment. Wenn Sie beim Surfen über die betrügerische Seite stolpern, sollten Sie keinesfalls darauf einsteigen.

Die Masche ist alt, das für die Betrugskampagne genutzte Gesicht neu: Auf dubiosen, in Werbe-Annoncen auf anderen Internetseiten angepriesenen Websites, die sich mit den Logos heimischer Medien einen seriösen Anstrich geben wollen, werden gefälschte Interviews mit heimischen Prominenten präsentiert, die von angeblich todsicheren Bitcoin-Geschäften berichten.

Prominente Lockvögel
Vor Richard Lugner kamen auch schon Arnold Schwarzenegger, Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz, ORF-Moderator Armin Wolf und Hollywoodstar Christoph Waltz auf ähnliche Weise als Lockvögel wider Willen zum Einsatz. Der Schmäh ist dabei immer der gleiche: Da wird ausschweifend von angeblichen Medienberichten über die Bitcoin-Investments der Stars geschwärmt, da werden angeblich skandalöse Interviews gefälscht - und am Ende landet der Nutzer bei dubiosen Abzock-Anbietern, im konkreten Fall „Bitcoin Code“.

Dieser verspricht in einem Video „tägliche Gewinne von über 13.000 Euro“ - Nutzer müssten dafür lediglich ein Registrierungsformular ausfüllen und anschließend ein Trading-Konto mit mindestens 250 Euro „auffüllen“, um es zu aktivieren - schließlich benötige jedes erfolgreiche Geschäft zunächst ein Startkapital, argumentieren die Betreiber. Währenddessen werden auf der Website vermeintliche Nutzer mit ihren bisher erzielten Gewinnen eingeblendet.

Besonders perfide: Wer nach Erfahrungen mit „Bitcoin Code“ im Internet sucht, landet schnell auf anderen, vermeintlich seriösen Seiten, die die Seriosität des Bitcoin-Anbieters zu untermauern versuchen. Die deutsche Anwaltskanzlei Herfurtner weist allerdings darauf hin, dass „Bitcoin Code“ keinerlei „rechtsverbindliche Informationen kommuniziert“ - weder gebe es ein Impressum, noch eine Unternehmensadresse oder Unternehmensinterna.

Werbeannoncen auf anderen Websites
Die Bitcoin-Betrüger scheinen derzeit vor allem über Werbeanzeigen in sozialen Medien heimische Internetnutzer in die Falle locken zu wollen. So wurde das falsche Lugner-Interview, auf das wir aufmerksam gemacht wurden, beispielsweise auf Facebook und YouTube gesichtet.

Plausibel oder zu schön, um wahr zu sein?
Unser Tipp, um betrügerische Websites zu erkennen: Achten Sie nicht nur auf den Inhalt oder die Logos, sondern besonders auch auf das Drumherum. Stellen Sie sich folgende Fragen: Ist die Internetadresse tatsächlich jene des Mediums, dessen Logo hier im Einsatz ist? Hat die Seite - in Österreich zwingend - ein Impressum, das den Betreiber ausweist? Klingen die Ausführungen plausibel oder zu schön, um wahr zu sein? Auf welchem Weg ist man auf die Seite gelangt - wurde man vielleicht mit einer allzu unglaublichen Werbeannonce dorthin gelockt?

Wenn bei einem oder mehreren dieser Punkte Zweifel entstehen, sollten Sie stutzig werden und keinesfalls persönliche Daten preisgeben.

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger
Sebastian Räuchle
Sebastian Räuchle
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Freitag, 22. Jänner 2021
Wetter Symbol