12.10.2020 14:08 |

Hofinhaber staunte

Arbeit am Bauernhof: 3000 Freiwillige auf Facebook

Ein 35-jähriger Sizilianer, der auf Facebook einen Winter-Aufenthalt auf seinem Bauernhof auf der Insel Lipari im Archipel der Äolischen Inseln nördlich von Sizilien offerierte, hat mit seinem Inserat einen Riesenerfolg geerntet. 3000 Personen antworteten auf das Angebot, als Saisonarbeiter drei Monate auf Lipari zu verbringen.

„Ich biete von November bis Februar Zimmer mit Ausblick auf das Meer, Verpflegung, guten Wein, schnelles Internet, Holzofen, Bücher und Transportmittel (Auto, Fahrrad und Esel)“, schrieb Luigi Mazza auf Facebook. Dafür bat er um Hilfe bei der Arbeit auf seinem Bauernhof. Der in Kommunikationswissenschaft promovierte Mazza, der das Ferienhaus seiner Familie in einen kleinen Hof mit Tieren umgewandelt hat, hätte nie gedacht, dass er mit Angeboten überflutet werden würde.

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Ich bin von einer Welle von Mails und Anrufen überrollt worden. Mir ist sogar angeboten worden, eine Realityshow auf meinem Bauernhof zu drehen.

Landwirt Luigi Mazza

„Ich bin von einer Welle von Mails und Anrufen überrollt worden. Mir ist sogar angeboten worden, eine Realityshow auf meinem Bauernhof zu drehen“, berichtete Mazza der Tageszeitung „La Stampa“.

Zu den Kandidaten für den Winteraufenthalt auf der 12.000-Seelen-Insel zählt ein japanisches Ehepaar, das wegen der Coronavirus-Pandemie im März nicht in die Heimat zurückkehren konnte und seitdem Italien bereist und auf Bauernhöfen arbeitet. Auch eine Ethnologin, die das Verhalten von Hennen studieren will, und ein Witwer, der seit dem Tod seiner Frau nicht mehr in der eigenen Wohnung leben kann, bewarben sich bei Mazza.

Zuschlag für Paare mit Bauernhof-Erfahrung
Am Ende entschloss er sich für zwei junge Paare mit Erfahrung in der Landwirtschaft. „Es handelt sich um Personen, die sich für Kreislaufwirtschaft, Müllreduzierung und für Selbstständigkeit in der Produktion einsetzen. Ich hoffe, etwas von ihnen lernen zu können“, so Mazza, der auf seinem Bauernhof allein lebt.

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Ich habe meinen Beschluss, auf Lipari zu bleiben, nicht bereut. Man braucht mehr Mut, in einer Großstadt zu leben, als auf einer Insel mitten im Meer.

Landwirt Luigi Mazza

Das Leben auf der Insel sei weniger romantisch, als viele denken. „Hart wird es, wenn es kalt wird und es lang nicht regnet. Ich bin von meinem alten Leben in der Stadt weggerannt, als mein Vater starb. Damals hat meine Krise begonnen und ich habe beschlossen, mich hierher zurückzuziehen. Meine Freundin ist in Rom geblieben, will aber auch bald hierherziehen. Ich habe meinen Beschluss, auf Lipari zu bleiben, nicht bereut. Man braucht mehr Mut, in einer Großstadt zu leben, als auf einer Insel mitten im Meer“, betonte er.

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