06.10.2020 21:07 |

GUTEN MORGEN

Unerziehbarer Rabauke | Ludwigs Flirt

Unerziehbarer Rabauke: Ja, so haben es viele erwartet, nein, befürchtet: Donald Trump werde seine Corona-Infektion dazu benützen, den Helden zu spielen. Das konnte er sich bei seinem Geisteskind Bolsonaro abschauen: Der brasilianische Amtskollege Trumps, ein mindestens ebenso schlimmer Corona-Verharmloser wie der Amerikaner, gibt sich seit seiner Genesung als großer „Besieger“ des Virus. Trump, noch nicht genesen, aber zurück im Weißen Haus, präsentierte sich gestern als „Bezwinger“ von Corona.  Was sagt man da? Etwa das, was „Krone“-Außenpolitiker Kurt Seinitz kommentiert, wenn er darauf verweist, dass sich Trump nach eigener Aussage „nicht einsperren lassen“ wolle. Und zum Schluss kommt: Die mahnenden Lehren, die er nach eigenen Worten aus dieser Infektion gezogen hatte, sind schon wieder vergessen. So ist das halt bei Schwererziehbaren. Man darf, ja muss wohl über diese Schlussfolgerung hinausgehen: Dieser 74-jährige Rabauke ist unerziehbar, da ist Hopfen und Malz verloren. Manche meinen: Verloren ist auch Amerika.

Ludwigs Flirt. „Diese Krise ist unser gemeinsamer Feind“ versuchte VP-Kandidat Finanzminister Gernot Blümel bei der „Krone“-TV-Elefantenrunde Gemeinsamkeit in Sachen Corona unter den Spitzenkandidaten der Parteien herzustellen. Es gelang ihm nicht - vielmehr fanden seine fünf Widersacher zu einer Gemeinsamkeit nur im Angriff auf Blümel. Der muss einem freilich nicht leid tun, er teilte auch selbst gehörig aus. Auf den Punkt brachte die Kakophonie die Grüne Birgit Hebein, als sie mahnte, wenn „hier herinnen schon so ein Hickhack herrscht, braucht man sich nicht zu wundern, wenn sich die Menschen da draußen nicht mehr auskennen“. Unterdessen flirtete Hebeins bisheriger Koalitionspartner mit den Pinken: SP-Bürgermeister Michael Ludwig ging ausgesprochen lieblich mit dem Neos-Spitzenkandidaten um. Bloß ein taktischer Flirt - oder landen SPÖ und Neos nach den Wahlen im Koalitionsbett?

Bravo dem Verlierer. Nix wird´s leider mit dem erhofften zweiten Grand-Slam-Titel in Serie. Unser US-Open-Held Dominic Thiem lieferte gestern seinem argentinischen Freund Diego Schwartzman eine heroische Tennis-Schlacht in Paris - aber nach fünf Stunden und neun Minuten ging er als Verlierer vom Platz. Trotzdem: ein lautes Bravo!

Einen schönen Tag!

Klaus Herrmann
Klaus Herrmann
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