30.08.2020 09:41 |

Am Stubaier Gletscher

Retter übten Spaltenbergung in über 3000 Metern

Bei Sturm und Regen ging am Samstag auf dem Stubaier Gletscher eine grenzüberschreitende Spaltenbergeübung der Bergrettungen aus Tirol, Südtirol und Belluno über die Bühne.

An sich hätte man am Samstag keinen Hund vor die Türe gejagt. Es herrschten freilich jene unwirtlichen Wetterbedingungen, unter denen die Kräfte der Bergrettung sehr oft alarmiert werden.

Im Rahmen eines Interreg-Projekts wollen die Einsatzkräfte aus Tirol, Südtirol und Belluno ihre Zusammenarbeit verbessern und gemeinsam Rettungstechnologien weiterentwickeln.

Dazu gehört auch das so genannte Dreibein zur Bergung von Verunglückten nach Spaltenstürzen oder nach Unfällen beim Canyoning. 40 Bergretter aus Tirol, Südtirol und Belluno präsentierten die unterschiedlichen Dreibein-Modelle, die nördlich und südlich des Brenners zum Einsatz kommen.

„Lange Entwicklung“
„Hinter dem Dreibein, das sich bei größeren Spalten alternativ als Zweibein verwenden lässt, liegt eine lange Entwicklung“, informierte Hermann Spiegl, Landesleiter der Tiroler Bergrettung, in 3100 Metern Höhe. „Wir erhielten aber erst heuer im Mai die Genehmigung, damit drei Personen mit insgesamt maximal 300 Kilogramm bergen zu können.“ Dafür ist man auf das Grundmaterial Titan umgestiegen, zumal sich das ursprünglich verwendete Carbon als ungeeignet für die Verwendung im Gebirge herausstellte.

Die Entwicklung des Dreibeins im Rahmen des Interreg-Projekts hat die Bergrettung Tirol federführend übernommen. „Dazu gehört ebenfalls die Bereitstellung zahlreicher Unterlagen und das Einholen der Genehmigung durch den TÜV“, sagt Techniker Nils Hackl von der BR Tirol.

Zufriedenstellende Bilanz
Hermann Spiegl und Ernst Winkler, Landesleiter der Bergrettung im Alpenverein Südtirol, zogen nach der Übung eine zufriedenstellende Bilanz: „Alle Beteiligten haben interessante Details bei den Technologien der anderen gesehen.“ Die können jetzt gegenseitig übernommen werden, denn die gewonnen Projektresultate stehen selbstverständlich allen zur Verfügung.

Eines hat die Übung bei absolutem „Sauwetter“ auch deutlich gemacht: Die ehrenamtliche Arbeit der Bergretter(innen) ist alles andere als ein Honiglecken.

Peter Freiberger
Peter Freiberger
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