27.08.2020 20:49 |

Vier Kranke im Spital

Sorge um indigenes Volk in Indien: Mehrere Fälle

Mehrere Corona-Fälle beim kleinen indigenen Volk der Groß-Andamaner haben in Indien Sorgen um die Ureinwohner der Andamanen-Inseln im Indischen Ozean ausgelöst. Bisher wurden zehn Groß-Andamaner positiv auf das Coronavirus getestet. Vier von ihnen werden in einem Krankenhaus behandelt, die sechs anderen wurden in häusliche Quarantäne geschickt. Nur rund 50 von ihnen gibt es noch.

Nach Angaben von Anthropologen und Aktivisten gab es vor der Ankunft britischer Siedler auf der Inselgruppe im 19. Jahrhundert noch mehr als 5000 Groß-Andamaner. Hunderte von ihnen wurden bei Kämpfen mit den Briten getötet, Tausende weitere starben an eingeschleppten Krankheiten wie Masern, Grippe und Syphilis. Nun leben auf der Adamanen-Insel Straight Island noch gut 50 Groß-Andamaner, die von der indischen Regierung versorgt werden.

Am Sonntag hatten die indischen Behörden Gesundheitsbeamte nach Straight Island geschickt, nachdem in Port Blair, dem Hauptort der Andamanen, sechs Groß-Andamaner positiv auf das Coronavirus getestet worden waren. Einige Groß-Andamaner arbeiten in Port Blair. Auf Straight Island testeten die Beamten dann 37 weitere Groß-Andamaner, von denen vier infiziert waren, wie der Gesundheitsbeamte Avijit Ray sagte.

Regierung kündigte Schutzmaßnahmen an
Die indische Regierung kündigte inzwischen an, die Schutzmaßnahmen für die Groß-Andamaner und andere indigene Völker wie die isoliert lebenden Jarawa und Sentinelesen zu verstärken. Obwohl dies streng verboten ist, dringen immer wieder Wilderer in deren Lebensraum ein.

Auf den Andamanen und Nikobaren, wo insgesamt rund 400.000 Menschen leben, wurden bisher insgesamt 2268 Corona-Infektionen und 37 Todesfälle verzeichnet. In ganz Indien haben die Behörden bisher rund 60.000 Todesfälle verzeichnet - damit liegt das zweitbevölkerungsreichste Land der Erde nach den USA und Brasilien auf Platz drei.

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