06.08.2020 12:31 |

„Sicher fühlen“

Bosnische Community will Anerkennung in Österreich

Österreicher mit bosnischen Wurzeln hoffen künftig auf die Anerkennung als Volksgruppe in Österreich. Hierzulande „als Minderheit anerkannt zu sein“ bedeute vor allem, „eine Bestätigung zu erhalten für den außerordentlichen Beitrag zur historischen, kulturellen und politischen Entwicklung des Landes und der Gesellschaft“, heißt es auf der Website der Gesellschaft Bosnischer Akademiker in Österreich, kurz GBAA. Eine Unterstützungserklärung kann auf deren Homepage unterzeichnet werden.

Wie der Obmann der GBAA, Siradj Duhan, auf der Website schreibt, sei die Zeit reif, die „Initiative für die Anerkennung unserer nationalen Minderheit hier in Österreich anzustoßen“, auch hätte man gemerkt, „dass die Mehrheit der Menschen und bosnischen Organisationen in Österreich diese Initiative unterstützt“, so Duhan weiter.

Bosnien einziges Land, das „bislang nicht als Minderheit anerkannt ist“
„Wir gehören zu den fünf größten Gemeinschaften, die sich am besten in die österreichische Gesellschaft integriert haben und unser Anteil am Arbeitsmarkt liegt in einer Kategorie mit den ,heimischen‘ ÖsterreicherInnen“, erklärt der Obmann. Bosnien und Herzegowina sei das einzige Land, „welches zur Habsburger Monarchie gehörte und dessen MigrantInnengruppe bislang aber nicht als Minderheit in Österreich anerkannt ist“, schreibt Duhan.

Das Volkstum und auch die Sprache wolle man jedoch in jedem Fall bewahren und schützen, „denn nur so werden wir noch mehr zur Entwicklung Österreichs beitragen können“, meint der GBAA-Obmann. „Mehr als 200.000 in Österreich lebende BürgerInnen mit bosnischer Herkunft möchten sich weiterhin in Österreich sicher fühlen und keiner Stigmatisierung ausgesetzt sein“, weshalb man den Vorstoß in Richtung Anerkennung als Volksgruppe wage.

Distanzierung „von jeder Art des Radikalismus“
Gleichzeitig wurde jedoch auch betont, dass man sich „von jeder Art des Radikalismus“ distanziere, „sei dieser nun religiöser oder nationaler Natur“. Ebenso sei das „Achten der Gesetze im Land, in dem wir leben, die Voraussetzung für eine gesunde Beziehung mit den Mitmenschen“, betont der Obmann.

Einfach werde dies nicht, gab man sich bei der Organisation keinen Träumereien hin: „Es wird ein langer und steiniger Weg sein, doch wir haben die Verantwortung auf uns genommen, diesen zu ebnen“, erklärte Duhan. Die Unterstützungerklärung kann auf der Homepage der GBAA unterschrieben werden.

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