30.06.2020 11:19 |

Mit Scheinbestellungen

TikTok-Teenies torpedieren Trumps Wahlkampf-Shop

Der US-Wahlkampf ist angelaufen, und Amtsinhaber Donald Trump verkauft Unterstützern über einen eigenen Online-Shop Fanartikel mit launigen Wahlkampfsprüchen. Doch möglicherweise landen nicht alle Devotionalien, die dort angeboten werden, tatsächlich bei Trump-Unterstützern. Eine Vielzahl junger Nutzer sozialer Medien wie TikTok und Twitter versucht, den Shop mit Scheinbestellungen lahmzulegen.

Der Hintergedanke der jungen Leute, die Trumps Online-Shop sabotieren: Ware, die von einem Nutzer in den Warenkorb gelegt wird, könnte für diesen reserviert sein - und damit das Angebot für die übrigen Nutzer schmälern. Daher legen die Saboteure Tausende Trump-Kapperl oder Trump-Shirts in den Einkaufswagen, beenden ihren Einkauf dann aber nicht.

Experiment legt nahe, dass Sabotage nicht klappt
Ähnlich waren Trump-Gegner schon beim Ticketverkauf für den Wahlkampfauftakt des US-Präsidenten vorgegangen. Dass auf diese Weise tatsächlich das Angebot für jene geschmälert wird, die Trump-Werbeartikel kaufen wollen, ist allerdings nicht gesichert, wie das IT-Portal „The Verge“ ausführt. Dort hat man ein Experiment gemacht und selbst im großen Stil Trump-Merchandise in den Warenkorb gelegt.

Beim Experiment wurde der Lagerstand für den Nutzer mit den Artikeln im Warenkorb tatsächlich als erschöpft angezeigt, gleichzeitig konnten andere Nutzer die Ware aber sehr wohl bestellen. Als verkauft gilt in dem Online-Shop demnach nur, was mit Bekanntgabe einer Zahlungsmöglichkeit als endgültig bestellt gilt. Generell funktioniert der Trick der TikTok-User nur, wenn ein in den Warenkorb gelegter Artikel tatsächlich sofort für den Besteller reserviert wird und der Programmierer des Online-Shops keine Bestell-Obergrenze eingebaut hat.

Initiatoren wollten Trump bloßstellen
Dass der Trick Trumps Online-Shop lahmlegen könnte, ist auch bei den TikTok-Nutzern umstritten, die dort Scheinbestellungen deponieren. Ihnen sei es vor allem darum gegangen, Trump und seine Unterstützer zu reizen, und weniger darum, sie tatsächlich zu sabotieren. Ein Ziel, das offenbar erreicht wurde: Ein Twitter-Nutzer, der sich über die Aktion lustig gemacht hat, erntete eine süffisante Antwort von Trumps Wahlkampf-Manager.

Der Twitter-User räumt ein, dass auch er Zweifel daran habe, dass die Scheinbestellungen etwas bewirken. „Ich denke, eine Menge TikTok- und K-Pop-Kids wussten von Anfang an, dass das vermutlich keine Auswirkungen haben wird - höchstens auf das Ego des Programmierers. Und es scheint so, als wäre das in Ordnung für sie.“

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger
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