Galt als ausgestorben

Zadic unterstützt Schutzbemühungen für Kaiseradler

Justizministerin Alma Zadic (Grüne) unterstützt die Schutzbemühungen um den Östlichen Kaiseradler, der in Österreich als ausgestorben galt, ehe vor rund 20 Jahren seine Wiederansiedlung in den pannonischen Tieflagen glückte. Am Montag sind von der Vogelschutzorganisation BirdLife Österreich im Beisein von Zadic zwei Kaiseradler-Jungvögel mit einem Telemetriesender ausgestattet worden.

Es gilt als Erfolgsgeschichte des Greifvogelschutzes, dass es hierzulande heuer wieder 26 Kaiseradler-Reviere gibt. Ungeachtet des Artenschutzprogramms ist der Bestand in Österreich aber immer noch gefährdet. 27 junge Kaiseradler hat BirdLife Österreich seit 2011 mit Sendern versehen. Von diesen befinden sich zehn noch am Leben, während neun nachweislich bzw. höchstwahrscheinlich illegaler Greifvogelverfolgung zum Opfer gefallen sind.

Illegale Greifvogelverfolgung stellt größte Bedrohung dar
Die Justizministerin will dazu beitragen, dass dieser Entwicklung ein Riegel vorgeschoben wird. „Es ist nicht zu dulden, dass die Kaiseradler in Österreich durch Menschen so massiv bedroht werden. Ich werde mich dafür einsetzen, dass die illegale Verfolgung des Kaiseradlers nicht als Kavaliersdelikt gesehen wird, sondern strafrechtlich belangt wird“, meinte Zadic in Weiden an der March im Bezirk Gänserndorf, wo zwei junge Adler vermessen und mit einem GPS-Sender versehen wurden.

„Überwältigende Erfahrung“
Es sei „eine überwältigende Erfahrung“, die seltenen Greifvögel aus nächster Nähe zu beobachten, meinte Zadic bei dem Termin: „Jeder einzelne Kaiseradler steht unter strengem Schutz. Ich werde auch dafür Sorge tragen, dass die ermittelnden Behörden der Justiz im Umgang mit der illegalen Verfolgung von Greifvögeln entsprechend unterstützt werden.“

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Jeder einzelne Kaiseradler steht unter strengem Schutz. Ich werde auch dafür Sorge tragen, dass die ermittelnden Behörden der Justiz im Umgang mit der illegalen Verfolgung von Greifvögeln entsprechend unterstützt werden.

Justizministerin Alma Zadic

Zadic will Täter strafrechtlich belangen
Die Besenderung dient primär dazu, mehr über die Raumnutzung, Lebensweise und Gefährdungsursachen der Kaiseradler zu erfahren. „Die Sender-Daten helfen uns aber auch, bei illegaler Verfolgung rasch einzuschreiten und so die Chancen auf ein Finden der Täter zu erhöhen“, Gabor Wichmann, der Geschäftsführer von BirdLife Österreich, fest. Da die illegale Greifvogelverfolgung die größte Bedrohung für den Kaiseradler darstellt, setzt die Vogelschutzorganisation gemeinsam mit dem WWF Österreich seit Jahren - aktuell im Rahmen des EU-geförderten „PannonEagle LIFE“-Projekts - einen Schwerpunkt auf diese Thematik.

Wer Hinweise auf illegale Greifvogelverfolgung erhält bzw. bezeugen kann, ist gebeten, diese über die Meldeplattform Kaiseradler.at, die APP birdcrime oder die birdcrime Hotline +43 660 869 2327 weiterzuleiten.

Die neu besenderten Jungadler sind acht Wochen alt und werden in ein bis zwei Monaten den elterlichen Horst verlassen. Mittels des Senders können ab diesem Zeitpunkt die exakte Position, Körpertemperatur und Bewegungsrichtung der beiden Adler - ein Exemplar wurde „Alma“ benannt - in kurzen Abständen bis hin zum Sekundentakt gespeichert und an die Greifvogelexperten von BirdLife übermittelt werden.

Der Östliche Kaiseradler ist weltweit bedroht und unter den österreichischen Brutvögeln eines der bedeutendsten Schutzgüter. Der Großteil der zentraleuropäischen Population brütet in Ungarn und der Slowakei. Kaiseradler sind in Österreich und der gesamten Europäischen Union streng geschützt.

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