Angebote waren da

Neuer Job für Schmid! „Aber Österreich reizt mich“

Es ist in der Corona-Krise beinahe untergegangen: Manfred Schmid, der langjährige Co-Trainer von Peter Stöger, hat seit Februar einen neuen Job. Der 49-jährige Wiener ist nun Development Coach beim 1. FC Köln. Was das bedeutet, wie er seinen neuen Job in der Zwangspause ausübt - und warum ihn Österreichs Liga auch abseits der Wiener Austria noch immer reizt, verriet Schmid im Gespräch mit krone.at.

Kaum wird in Österreichs Bundesliga ein Trainerjob frei, gilt Manfred Schmid regelmäßig als heißer Kandidat auf den neu zu besetzenden Posten. Und das, obwohl es ihm gar nicht recht ist. „Weil es immer so aussieht, als ob ich mich selbst ins Spiel bringen würde und das will ich absolut nicht, ist mir eher unangenehm“, erklärt er. Dazu kommt: Der Wiener fühlt sich in Deutschland pudelwohl. Seit 2013 ist Schmid bei unseren Nachbarn nahezu immer bei einem Top-Klub unter Vertrag gestanden.

Development Coach
Als Co-Trainer von Peter Stöger ging er nach Köln, schaffte dort erst den Aufstieg in die Bundesliga und später sogar die Qualifikation für den Europacup. Als die beiden Ex-Austrianer dann doch gekündigt wurden, rief wenige Tage danach schon Dortmund an. Ja, „Schmidl“ hat sich in Deutschland einen Namen gemacht - und ist seit über einem Jahr wieder beim 1. FC Köln. Erst war er als Chef-Scout tätig, dann als Co-Trainer, als Interimstrainer, wieder als Co-Trainer und seit Februar eben jetzt als Development Coach.

Heißt: Schmid ist nun für alle jungen und verliehenen Spieler der Geißböcke zuständig. „Es ist ein wirklich toller Job“, freut sich der Wiener, „es geht darum, zu schauen, was für jeden einzelnen Spieler das Beste ist, damit er sich möglichst gut und rasch weiterentwickeln kann“, so der Familienvater, für den dieser Job im Fußball-Geschäft zusehends an Bedeutung gewinnt. Denn der 224-fache Bundesliga-Kicker weiß: „Es geht dabei schließlich auch um die Zukunft und das Kapital des Vereins.“

„Vielleicht ändert Schaub seine Meinung“
So auch im Fall des Ex-Rapidlers Louis Schaub, der von Köln derzeit an Zweitligist HSV verliehen ist und sich schwer tut. Auch mit ihm hat Schmid in seiner neuen Funktion schon telefoniert. Und das, obwohl sich der ÖFB-Legionär zuletzt ganz öffentlich dafür ausgesprochen hat, in Hamburg bleiben zu wollen. „Aber man weiß nie“, so Schmid, „vielleicht ändert er ja seine Meinung noch einmal.“ Fest steht: Der HSV hat eine Kaufoption für Schaub, welche laut deutschen Medienberichten 2,6 Millionen Euro beträgt. Die Zukunft des 25-jährigen Offensivmannes liegt also nicht mehr nur in der Hand der Kölner.

Um insgesamt zehn verliehene Köln-Spieler kümmert sich Schmid derzeit als Development Coach. „Ich rufe sie an, besuche sie bei ihren neuen Vereinen, rede mit ihren Trainern und schau mir viele Spiele von ihnen live im Stadion an“, erklärt er. Unterwegs war der UEFA-Pro-Lizenz-Trainer aber ohnehin schon immer oft und gerne. Da trifft man dann schon einmal England-Teamchef Gareth Southgate, hospitiert bei den Bayern unter Niko Kovac und Hermann Gerland oder, wie zuletzt in Barnsley bei Gerhard Struber. 

„Hoffe, dass es bald wieder losgeht“
Doch die Zeiten haben sich geändert. Während der Corona-Quarantäne war zuletzt weder an Dienstreisen noch an Fußballspiele zu denken. „Aber ich hoffe sehr, dass es schon bald wieder losgeht“, gesteht Schmid. „Denn es geht ja auch um viele Arbeitsplätze und da meine ich jetzt nicht die Spieler oder Betreuer, sondern alles was an diesem großen Geschäft Bundesliga dranhängt.“ Nächste Woche will die Politik entscheiden, wann wieder gespielt wird. Ziel der Deutschen ist es jedenfalls, die Saison mit Hilfe von flächendeckenden Corona-Tests bis zum 30. Juni abzuschließen.

Schmid ist zuversichtlich, sagt: „Mir fällt eigentlich kein Grund ein, warum wir nicht mit Geisterspielen starten sollten. Denn die Spieler werden alle sehr gründlich auf das Virus getestet und stehen vor den Partien dann sogar in Quarantäne. Sie haben also dann nur mit der Mannschaft Kontakt - und da sind ja alle nachweislich gesund, weil sie getestet wurden“, so Schmid. Und wie sieht er die Lage in Österreich? „Ich glaube, die Situation ist sehr ähnlich. Außer, dass die Klubs in Österreich vielleicht noch mehr finanziell in Bedrängnis sind, weil sie mehr auf die Zuschauereinnahmen angewiesen sind, als in Deutschland, wo die TV-Gelder den viel größeren Anteil am Budget ausmachen.“

„Es gab immer wieder Angebote“
Apropos Österreich! War denn nun was dran, an den vielen Gerüchten über eine Rückkehr von Manfred Schmid nach Österreich? „Naja, es stimmt schon, es hat immer wieder Angebote gegeben. Aber am Ende hat es dann eben doch nie ganz gepasst“, verrät der Wahl-Kölner. Die Austria und St. Pölten waren angeblich nahe dran. Lag es also letztlich am Geld? „Nein, sicher nicht. Denn ich verdiene gut in Köln und hab jetzt auch noch zwei Jahre Vertrag. Aber reizen würde mich ein Job in Österreich trotzdem. Es muss ja auch nicht immer der des Cheftrainers sein. Wichtig ist, dass der Verein Ziele hat und diese auch realistisch gesetzt sind. Dann würde es mir schon sehr viel Spaß machen, einen Verein über mehrere Jahre hinweg weiterzuentwickeln.“ Erfahrung hat „Schmidl“ ja mittlerweile reichlich - und das sogar in fast allen Jobs, die das Fußball-Geschäft so zu bieten hat.

Markus Rattenböck
Markus Rattenböck
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