22.04.2020 08:01 |

Google nennt Zahlen

Corona-Krise erzeugte gewaltige Phishing-Welle

Betrügerische E-Mails, mit denen Cyberkriminelle Internetnutzern sensible Daten herauslocken, haben in der Corona-Krise Hochkonjunktur. Wie gewaltig das Aufkommen dieser sogenannten Phishing-Mails derzeit ist, zeigen Statistiken des Internetriesen Google.

Der hat in einem Blogeintrag verraten, wie viele Phishing-Mails man für die 1,5 Milliarden Nutzer des Gratis-Maildienstes Gmail aus dem Verkehr zieht: 18 Millionen sind es derzeit pro Tag, insgesamt habe man schon gut 100 Millionen Phishing-Mails am Weg zum Empfänger abgefangen. Klassische Spam-Nachrichten - laut Google derzeit 240 Millionen pro Tag - sind da noch gar nicht eingerechnet.

Jede fünfte Phishing-Mail hat Corona-Bezug
Damit hat die Corona-Krise zu einer der größten Phishing-Wellen geführt, die man bei Google jemals gesehen hat. Jede fünfte Phishing-Kampagne versuche aktuell, mit falschen Informationen und dubiosen Angeboten zur Corona-Krise Internetnutzer in die Falle zu locken.

Die Methoden, mit denen die Hintermänner dieser Kampagnen die Gmail-Nutzer zur Herausgabe ihrer Daten bringen wollen, sind vielfältig und wurden vielerorts eigens für die jetzige Krise adaptiert. Manche tarnen ihre Nachrichten als Nachricht der Weltgesundheitsorganisation WHO, manche schieben Unternehmen oder nationale Behörden vor.

Google gibt an, 99,9 Prozent aller schädlichen E-Mails aus dem Verkehr zu ziehen, bevor diese in die Postfächer der Nutzer flattern. Dafür setze man auf Algorithmen, die in den letzten Wochen ständig weiterentwickelt wurden, um Covid-19-Betrügereien aufzuspüren. Angesichts der schieren Masse gefährlicher Mails sollten Internetnutzer aber trotzdem auch selbst wachsam sein und auf typische Anzeichen für Phishing-Versuche achten.

Komplette Ministeriums-Website gefälscht
Besonders Kampagnen unter dem Deckmantel angeblicher Behörden sind eine nicht zu unterschätzende Gefahr, wie sich in Deutschland gezeigt hat. Dort musste das Wirtschaftsministerium Nordrhein-Westfalen die Auszahlung von Corona-Soforthilfen vorübergehend stoppen, weil Betrüger die komplette Ministerium-Website gefälscht hatten.

Neben Google warnen noch zahlreiche andere IT-Unternehmen und Behörden vor um sich greifenden Betrügereien im Fahrwasser der Covid-19-Krise. „Angesichts einer Rekordzahl potenzieller Opfer in der Europäischen Union, die wegen der Pandemie zu Hause bleiben und dort Online-Dienste nutzen, haben sich Möglichkeiten für Cyberkriminelle vervielfacht, Schwachstellen und neue Gelegenheiten auszunutzen“, mahnte die europäische Polizeibehörde Europol.

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