Coronavirus in OÖ:

421 Infizierte, Politik startet Beschaffungsaktion

Laut Sozialministerium gibt es in OÖ derzeit 421 Infizierte (Stand 20. März, 14.30 Uhr) und befinden sich 4423 Oberösterreicher in Quarantäne. Die Landespolitik startet nun eine große Beschaffungsaktion von medizinischem Material.

Laut Gesundheitsministerim (Stand, Freitag 14.30 Uhr) gibt es in Obreösterreich 421 bestätigte Fälle. Um für ausreichende Lagerbestände bei medizinischem Verbrauchsmaterial zu sorgen, hat das Land Oberösterreich eine große Beschaffungsaktion gestartet. Konkret geht es um den Einkauf von zentralen medizinischen Verbrauchsgütern wie Schutzbekleidung, Untersuchungshandschuhe, Schutzmasken, Händedesinfektionsmittel, Schutzbrillen und Beatmungsgeräten. Nun wurde die erste große Bestellung in Auftrag gegeben.

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„Der Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Gesundheits- und Sozialeinrichtungen inklusive der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte, der Apotheken, der Feuerwehr, Polizei sowie kritischer Infrastruktur ist entscheidend, um den Betrieb aufrechtzuerhalten und sichern zu können.

LH Thomas Stelzer und LH-Vize Christine Haberlander

Fünf heimische Firmen
Fünf oberösterreichische Firmen kamen zum Zug. Aktuell wurde nun die Produktion und Lieferung von einer Millionen Schutzmasken FFP2, 150.000 Schutzmasken FFP3, von Faceshields und Schutzoveralls, sowie von 200 Beatmungsgeräten beauftragt. Diese Schutzmasken sind beispielsweise aufgrund der Möglichkeit der Dampfreinigung bis zu 80-mal einsetzbar.

Oberösterreich ist nach Tirol (508) am zweitstärksten betroffen. Die restlichen Bundesländer: Niederösterreich (355), Salzburg (167), Steiermark (340), Vorarlberg (197), Wien (296), Burgenland (33) und Kärnten (71),

Betten für Notfälle
Die Stadt Linz rüstet sich für den Notfall: Mit Hilfe der Arbeiterkammer werden 180 zusätzliche Betreuungsplätze gestellt, um Krankenhäuser entlasten zu können. Im Seminarhotel Jägermayrhof (30 Zimmer mit Doppelbelegung) und im Jugendgästehaus Linz (63 mit Doppelbelegung) könnten im Bedarfsfall weniger betreuungsintensive Patienten versorgt werden, um in den Spitälern Platz für Intensiv-Patienten zu machen.

Schloss als Quartier
Das Land Oberösterreich hat für den Notfall 595 zusätzliche Spitalsbettenfür Erkrankte, die keine Intensivbetreuung brauchen, aufgestellt. Die Plätze wurden in den Kliniken Schallerbacherhof (120) und Bad Hall (122) sowie im dortigen Landesgästehaus (67), weiters im Bildungshaus Schloss Zell an der Pram (80), im ehemaligen Seniorenzentrum Leumühle Pupping (42 sofort, 146 gesamt) und im Schloss Haus im Mühlviertel (60) eingerichtet.

Grenzkontrollen
Das Bundesheer wird in Oberösterreich mit 160 Soldaten die Polizei unterstützen, teilte das Militärkommando Oberösterreich Donnerstagabend mit. Zu ihren möglichen künftigen Aufgabenbereichen zählen die Unterstützung bei Grenzkontrollen, die Sicherung des Flughafens Hörsching sowie die Desinfektion von Leitzentralen von Behörden- und Blaulichtorganisationen.

Mitlitärische Kräfte
Der Assistenzeinsatz der Soldaten werde nach einer kurzen Einarbeitung beginnen, hieß es in der Aussendung. Weitere militärische Kräfte sollen folgen. Bereits seit Tagen unterstützen rund 150 zivile Mitarbeiter des Bundesheeres und Soldaten die Versorgung der Bevölkerung durch die Mitarbeit in den Verteilerlagern der großen Lebensmittelkonzerne.

Klinik sperrt Station
Nach Bekanntwerden des Testergebnisses im Klinikum Wels sofort alle Maßnahmen zum Schutz der Patienten und Mitarbeiter eingeleitet und die Kontaktpersonen an die Behörde gemeldet. 20 Mitarbeiter, die mit dem infizierten Arzt Kontakt hatten, wurden getestet und befinden sich nun in häuslicher Quarantäne. Der Fachschwerpunkt für Mund‐, Kiefer‐ und Gesichtschirurgie ist damit vorübergehend geschlossen.

Patientenversorgung
Aufgrund des bereits reduzierten Betriebs sind in der kommenden Woche nur wenige Eingriffe geplant. Die betroffenen Patienten werden informiert. Zwischenzeitlich übernimmt die Mund‐, Kiefer‐ und Gesichtschirurgie am Med Campus III in Linz die Patientenversorgung.

Risiko minimieren
Das Salzkammergut Klinikum hat am Standort Gmunden seine Infektionsstation aktiviert, in der Corona-Infizierte und Verdachtsfälle aus der gesamten Region behandelt werden. „Es sei sinnvoll, nicht alle drei Spitäler in Vöcklabruck, Bad Ischl und Gmunden mit Viruspatienten zu belegen, sondern es gelte das Risiko zu minimieren“, erklärte Bürgermeister Stefan Krapf am Mittwoch.

Wochenmärkte zu
Die Stadt Gmunden verhängte außerdem „eine behördliche Sperre des extrem schmalen Weges von Parkplatz Umkehrplatz ‘Unterm Stein‘ zurück zum Miesweg und zur Lainautal-Forststraße“. Der Weg sei an vielen Stellen nur knapp einen Meter breit. Auf der weiter oben verlaufenden Forststraße könne ein Sicherheitsabstand von zwei Metern mühelos eingehalten werden. Gmunden, Vöcklabruck und Bad Ischl setzen darüber hinaus ihre Wochenmärkte in den kommenden zwei Wochen komplett aus. Bisher waren noch Lebensmittel-Stände zugelassen worden.

399 Infizierte in OÖ
Das Sozialministerium veröffentlichte am Donnerstagnachmittag die neuesten Coronavirus-Zahlen für Oberösterreich: Derzeit gibt‘s 399 positiv Getestete und befinden sich laut Land OÖ 4125 Menschen in Quarantäne. Für viel Aufregung sorgt eine Studentenparty im Linzer Julius Raab Heim, bei der ein russischer Student dabei gewesen sein soll, der positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Auch ein weiterer Teilnehmer klagt über hohes Fieber.

Bis Donnerstagabend stieg die Zahl der Infizierten auf 399 laut Gesundheitsministerium an. Während eine Linzerin (27) mit Vorerkrankungen leider verstarb, gilt ein Oberösterreicher als genesen. Hier eine Gesamtübersicht (Stand Donnerstagabend) der Infiziertenzahl.

  • Linz 66
  • Steyr 2
  • Wels 17
  • Braunau 6
  • Eferding 6
  • Freistadt 21
  • Gmunden 14
  • Grieskirchen 11
  • Kirchdorf 13
  • Linz-Land 39
  • Perg 41
  • Ried12
  • Rohrbach 27
  • Schärding 11
  • Steyr-Land 17
  • Urfahr-Umgebung 61
  • Vöcklabruck 16
  • Wels-Land 19

Corona-Alltag in einer Arztpraxis
Der Alltag in der Arztpraxis von Viktor Gruber ist fast wie immer: „Grippezeit, ich habe Patienten, mache Visiten“, erzählt er. Nur eines ist ungewöhnlich: Sein Wartezimmer ist nicht überfüllt, was er gerade jetzt gut findet. „Meine Patienten entscheiden ganz richtig, sie kommen nicht wegen Dingen, die sich aufschieben lassen“, schildert er. Dafür führt er zig Patiententelefonate. Und er hat eine neue Aufgabe, wie seine Kollegen auch: „Ich testete diese Woche schon drei Personen, ob sie den Coronavirus haben.“

Menschen helfen, Lebensmittel sind da
Oberösterreich rückt in der Krise ein Stück zusammen.Mit kreativen Ideen wie einem Lebensmittel-Lieferservice soll vor allem den älteren Menschen ermöglicht werden, in den eigenen vier Wänden zu bleiben. Theresa Mursch ist sogar für die Gesundheit ihrer Oma wieder heim in ihr Kidnerzimmer gezogen. Auch in den Lebensmittelgeschäften herrscht Hochbetrieb. Von frühmorgens bis Kassaschluss werden Supermärkte gestürmt. Der Lebensmittelhandel gibt mit Herstellern und Logistikern alles, um die Versorgung aufrecht zu erhalten und für Nachschub zu sorgen. 

Lesestoff durch Bücherklappe
Für viele Menschen sind Bücher eigentlich unverzichtbare Grundversorgung und eine Zwangsschließung von Buchhandlungen, wie jetzt wegen Corona, daher eigentlich eine ungeheuerliche Zumutung. Der Linzer Buchhändler Alex erzählt, was das für ihn und seine Crew bedeutet und wie seine Kundinnen und Kunden doch zum gedruckten Buch kommen können. Auch andere Buchhändler, wie etwa Neugebauer und Veritasin Linz, setzen auf kontaktlose Lösungen.

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Mittwoch, 08. April 2020
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