04.02.2020 15:36 |

Rückkehr aus Melbourne

Dominic Thiem sagt für Davis Cup ab

Nach der langen Rückreise von den Australian Open in Melbourne über Dubai ist Dominic Thiem Dienstagmittag mit einem etwas verspäteten Flug in die Heimat zurückgekehrt. Ziemlich exakt zwei Monate ist Österreichs Tennis-Star am Stück im Ausland gewesen, zunächst bei der Saisonvorbereitung in Miami und noch vor Weihnachten ging es nach Australien. Daher folgt nun eine gut einwöchige Pause daheim. Den Davis Cup Anfang März muss das österreichische Team ohne ihren Star bestreiten.

Der Lichtenwörther wird beim 250er-Turnier nächste Woche in Buenos Aires nicht spielen, nach Südamerika geht es erst am Donnerstag nächster Woche (13. Februar). „Ich werde in Buenos Aires rausziehen, werde in Rio wieder einsteigen und die ganze Zeit in Amerika bleiben.“ Wäre der Niederösterreicher in Melbourne früher ausgeschieden, wäre er eher direkt nach Südamerika gereist und in Buenos Aires angetreten.

Dann wäre er aber an die vier Monate am Stück nicht daheim gewesen, da die Masters-1000-Turniere im März in Indian Wells und Miami Fixpunkte sind. In Indian Wells ist Thiem Titelverteidiger, daher geht es in knapp drei Wochen direkt nach dem Sandturnier in Rio de Janeiro zur konzentrierten Vorbereitung in die USA. Dadurch passt für Thiem ein Antreten im Davis Cup gegen Uruguay nicht hinein. „Ich werde den Davis Cup nicht spielen“, beseitigte er alle Zweifel.

Der nächste Heim-Auftritt des 26-Jährigen wird daher erst Ende Juli beim Sand-Event in Kitzbühel passieren. Seine Teamkollegen müssen also am 6./7. März in der Steiermarkhalle in Graz-Premstätten versuchen, sich ohne die Nummer eins des Landes für das Finalturnier im November in Madrid zu qualifizieren. Schon im Vorjahr daheim gegen Chile war Thiem nicht im Davis Cup dabei, in Folge wurde die Qualifikation für das erste Madrider Finalturnier verpasst.

Der Weltranglistenvierte kam am Dienstag u.a. mit seinen Eltern Karin und Wolfgang sowie seinem Bruder Moritz an, in Empfang genommen wurde er neben zahlreichen Journalisten von seinen ebenfalls in Lichtenwörth residierenden Großeltern. „Es wird ein indonesisches Reisgericht für ihn geben, das mag er gerne“, erzählte Großmutter Thiem. Der gab dann auch an, dass er sich nun sehr auf die Zeit mit seiner Familie freue, ebenso wie auf seine eigenen vier Wände.

Auf das erste Major des Jahres blickt Thiem positiv zurück, die Trennung von Coach Thomas Muster beschäftigt ihn nicht mehr. „Es sind sehr viele schöne Erinnerungen passiert mit einem ganz kleinen Makel“, führte der 16-fache Turniersieger aus. „Es war ein super Finale, ich glaube, ich bin meinem großen Ziel wieder ein bisschen nähergekommen. Einerseits ist es (die Finalniederlage, Anm.) eine Enttäuschung, andererseits eine Riesen-Motivation für die nächsten großen Turniere.“

Sein Level habe er über die zwei Turnierwochen sehr gut gehalten, inklusive seiner Leistung im Endspiel. „Ich habe mein Tennis im Finale so gespielt, wie ich es die meisten Tage im Jahr abrufe“, erklärte Thiem. Sein Training werde er in vier, fünf Tagen aufnehmen, nicht viel ändern, die Stärken stabilisieren, damit die Aufs und Abs möglichst einmal ganz weg seien. Die Motivation sei da, ausschließlich Niederlagen in seinen bisherigen drei Grand-Slam-Finali sehe er nicht als Last.

Auch gebe ihm Hoffnung, dass Andy Murray seine ersten vier Major-Endspiele verloren hatte, ehe er drei große Triumphe auf dieser Ebene gefeiert hat. Als sehr wichtig für seine weitere Entwicklung wiederum sieht Thiem den Sieg über Rafael Nadal im Viertelfinale, den ersten über den Spanier bei Majors. Dazu komme, dass er nun wisse, was es braucht, um bei großen Turnieren das beste Tennis abzurufen. Thiem: „Es dauert eine Zeit, bis man weiß, was das Wichtigste für einen ist.“

Und dann ist da noch die realistische Möglichkeit, bald erstmals auf Weltranglistenplatz drei vorzustoßen. Das hätte für ihn eine gewisse Bedeutung. „Es würde mich freuen, wenn es klappt. Im Normalfall sollte es auch passieren, da (Roger) Federer sehr viele Punkte zu verteidigen hat“, verdeutlichte Thiem. Sein Hauptziel sei Rang drei aber nicht. „Das Hauptziel ist, dass ich auf dem Level wie in Australien spiele, dann sollte das mit dem Ranking automatisch kommen.“

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