29.01.2020 08:00 |

Ski alpin

„Zuschauen im TV ist das Bitterste“

Ende Dezember warf Christopher Neumayer die „Pista Stelvio“ in Bormio wie Hannes Reichelt brutal ab. Nach erfolgreicher Operation in Innsbruck übersiedelte der Pongauer zur Rehabilitation an den Königssee. Das Härteste für den 27-Jährigen derzeit: die Rennen wie Kitzbühel derzeit vorm TV verfolgen zu müssen.

Das Schicksal ist manchmal gnadenlos: Ende Dezember erwischte es bei der Herren-Abfahrt in Bormio zuerst Hannes Reichelt. Tags darauf wurde sein Radstädter Skiklubkollege Christopher Neumayer im Kombi-Super G abgeworfen und mit Kreuzbandriss vom Helikopter abtransportiert.

Im Sanatorium Kettenbrücke in Innsbruck trafen sich beide wieder. „Der Hannes hat mir gut zugeredet. Denn emotional war ich echt gebrochen“, erinnert sich Christopher auch an das gemeinsame Silvester zurück. Zumal der Pongauer zuvor nie eine schwerere Verletzung verdauen musste.

Aber bereits in der Sekunde des Abflugs war Neumayer bewusst: „Die Saison ist vorbei.“ Dabei hatte der 27-Jährige tags zuvor mit Rang 17 sein bestes Weltcup-Resultat eingefahren. „Ich habe mich noch nie so gut gefühlt.“ Einen Tag später war aber alles vorbei. „Ich muss auch zugeben: Bei 100 Prozent war ich nach dem Training und den zwei Abfahrten im Super G nicht mehr.“

Die „Stelvio“ ging an die Substanz. Zumal Neumayer im Training mit den Kräften nicht haushalten konnte, da er Quali fahren musste. Mittlerweile hat er die Situation angenommen. Gerade in den ersten Tagen war seine Freundin, Biathletin Fabienne Hartweger, eine wichtige Stütze. Der Speed-Spezialist schaut längst nach vorne: „Im August will ich wieder auf Skiern stehen.“

Diesem Ziel ordnet er alles unter, hat für die Reha sogar eine Wohnung in der Nähe seines Therapeuten Marcus Hirschbiel in Schönau am Königssee gemietet. Der Mann von Ex-Ski-Ass Hilde Gerg half Neumayer einst schon bei seinen lange ungelösten Nackenproblemen (Gleitwirbel). „Ich mache von Montag bis Freitag hier Therapie, will nicht immer hin- und herfahren“, sagt Neumayer. Der zugibt: „Wie zuletzt die Kitzbühel-Rennen vorm TV anschauen zu müssen, ist das Bitterste, tut sehr weh.“ Dieser „Schmerz“ lässt sich nicht so schnell lindern: Frühestens zum Start der nächsten Saison Ende November in Lake Louise kann Neumayer selbst wieder im Starthaus stehen – wenn der Körper mitspielt.

Herbert Struber
Herbert Struber
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