07.01.2020 15:30 |

Geschlagen, gewürgt

Quälerei-Vorwürfe gegen Mutter: Wer lügt hier?

Mehrere Jahre lang soll eine Mutter ihre sechs Kinder durch Schläge gequält haben. Am Dienstag musste sich die Tschetschenin deswegen vor dem Landesgericht Salzburg verantworten. 

Die verheiratete Angeklagte (36) hat vier Töchter und zwei Söhne. Laut Staatsanwaltschaft soll sie zwischen 2011 und 2018 eine Tochter mit einem Staubsaugerrohr, eine weitere Tochter mit Boxhieben geschlagen und am Hals gewürgt sowie fast alle Kinder ständig mit Hausschuhen ins Gesicht geschlagen haben. Als weitere Körperverletzungen scheinen im Akt Faustschläge und Schläge mit einem Kabel und der flachen Hand auf, weiters Zwicken am Oberarm, Reißen an den Haaren sowie Schlagen des Kopfes gegen die Wand. Die Frau beteuerte jedoch ihre Unschuld und meinte, ihr Mann habe die Kinder gegen sie aufgehetzt.

„Ich bin eher das Opfer. Ich bin unschuldig“
Der Verteidiger erklärte, dass der Ehemann der Frau auf die Kinder einen entsprechenden Druck ausgeübt habe, gegen die Mutter auszusagen. Als Beweis legte er einen USB-Stick mit Audiodateien vor. „Ich bin eher das Opfer. Ich bin unschuldig“, übersetzte ein Dolmetscher die Angaben der Frau, als sie von der Vorsitzenden des Schöffensenates, Richterin Anna-Sophia Geisselhofer, zu den Vorwürfen befragt wurde. Sie habe die Kinder weder geschlagen noch ihnen irgendeine andere Gewalt angetan. „Mein Mann hat die Kinder gegen mich aufgehetzt“, beteuerte sie. „Er hat gesagt, ich bin so schlecht, ich bin ein Monster. Er hat den Kindern Geld gegeben und zu mir gesagt: ,Du hast kein Geld, du hast gar nichts‘.“

Ehemann soll Kindern bedroht haben
Ihr Mann habe sie und auch die Kinder geschlagen, schilderte die Mutter. „Ich weiß, wie das wehtut. Ich würde es nicht übers Herz bringen, meine Kinder zu schlagen.“ Die Kinder hätten Angst vor ihrem Vater gehabt, weil sie gesehen hätten, wie er mit ihr umgegangen sei. „Er hat mich auch bedroht. Er sagte: ,wenn du zur Polizei gehst, bringe ich dich um‘.“

Die Kinder wohnen derzeit in Wien, offenbar beim Vater. Im Akt scheint auch ein Obsorgestreit des Ehepaares auf. Der Prozess wurde schließlich auf 4. Februar vertagt. Der Dolmetscher muss bis zur nächsten Verhandlung die 18 Audiodateien übersetzen, die der Verteidiger dem Gericht vorgelegt hat.

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