01.12.2019 08:40 |

„Watschn“ für Abfahrer

Das schöne Lake Louise war richtig zickig zu uns

Sie zogen aus, um der Abfahrts-Welt das Fürchten zu lehren. Aber es setzte für das österreichische Herren-Downhill-Team beim Speed-Auftakt in Lake Louise zunächst eine Watschn: Kein Podium, Matthias Mayer wurde als Bester Fünfter. Der Sieg ging sensationell an den Deutschen Thomas Dreßen.

Traumhaft, dieses Lake Louise. Blitzblau der Himmel, blendend weiß der Schnee, bizarr die Rockys. Millionen von Touristen pilgern gern dorthin.

Am Samstag zeigte der wunderschöne Fleck Erde den Österreichern sein zickiges Gesicht! Dreßen strahlte nach dem Sieg im ersten Rennen nach seinem 2018 in Beaver Creek erlittenen Kreuzbandriss. Auch Dominik Paris und die Schweizer Carlo Janka und Beat Feuz waren zufrieden. Die ÖSV-Asse zogen dagegen mit langen Gesichtern davon.

Dabei waren die Österreicher voller Selbstbewusstsein vom Trainings-Camp in Colorado gekommen. Alle sprachen vom „stärksten Team seit langem“, die Jagd auf das erste Speed-Kristall seit 2012 wurde eröffnet.

Dieser Elan wurde abrupt gebremst. Matthias Mayer war als Fünfter der Beste, gab zu: „Ich wollte mehr, ich wäre gerne auf dem Podium gelandet.“ Zwei Patzer kosteten den Kärntner jene 42 Hundertstel, die ihm auf Sensationssieger Thomas Dreßen fehlten: „Ich weiß, woran es gelegen hat. Daher kann ich damit umgehen - und es beim Super-G auch gleich besser machen.“

Das hat sich auch Vincent Kriechmayr vorgenommen, das Abschneiden bei der Abfahrt lag ihm aber schwerer im Magen: „Ich war schon bei der zweiten Zwischenzeit weit hinten. Und ich weiß nicht, warum. Das wurmt mich schon sehr.“

Auch Hannes Reichelt und Vorjahressieger Max Franz haderten. „Eigentlich wollte ich mehr Gas geben, aber dann bin ich in ein altes Schema verfallen“, murrte Oldboy Reichelt. Während Max nach seinem ersten Rennen als Jung-Ehemann fluchte: „Es hätte alles gepasst, es ist mir auch alles bestens gelungen. Und dann war ich vor dem Coaches Corner zu knapp am Tor.“

Nach dieser „Watschn“ zum Auftakt wartet auf die Österreicher beim heutigen Super-G freilich ein besonderer „Sonntags-Fluch“. Seit dem Sieg von Hermann Maier im Jahr 2008 gab es in Lake Louise in neun Rennen zwar sechs (!) zweite Plätze, aber keinen Erfolg. Dafür siegten die Norweger zuletzt siebenmal in Serie.

Georg Fraisl, Kronen Zeitung

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