17.11.2019 07:00 |

Strom und Verkehr

Osttirol: Alle Kräfte gegen die nächsten Fronten

Die intensiven Niederschläge machten Pause - doch zum Durchatmen hatten die Einsatzkräfte in Osttirol am Samstag keine Zeit. Die Tinetz musste gegen einen nächtlichen großflächigen Stromausfall (24.000 Haushalte) kämpfen, zudem ging es um die Öffnung gesperrter Straßen. Am Sonntag droht die nächste mächtige Front!

Bezirkshauptfrau Olga Reisner wirkt in diesen Tagen wie der Fels in der stürmischen Brandung. „Dank der Wetterberuhigung können wir den Fokus auf die Wiederherstellung der Stromversorgung und die Aufhebung der Straßensperren legen“, gab sie am Samstag die Tagesparole aus. Bezüglich Strom hatte sich die Lage in der Nacht zugespitzt. Von 24.000 betroffenen Haushalten waren am Vormittag noch immer 5400 unversorgt (u. a. Tauerntal, inneres Defereggen, Villgratental, Raum Sillian). Die Tinetz arbeitet rund um die Uhr und zieht alle Register: Über die Tauernautobahn wurde schweres Gerät herbeigeschafft, der nach Osttirol verlegte Landeshubschrauber brachte Monteure mit. Ein Black-Hawk-Hubschrauber des Bundesheeres befreite Bäume neben Stromleitungen per Rotorwind („Downwash“) vom schweren Schnee.

Wichtige Straßen zu
Unter den gesperrten Straßen befanden sich wichtige Routen wie der Felbertauern ab Matrei, die Bundesstraße zwischen Leisach und Arnbach, die Gailtalstraße und die Verbindung Lienz-Sillian. „Wir führen aus der Luft ständig Erkundungen durch“, sagt Reisner. Die größte Gefahr, auch für alle Fußgänger, sind umstürzende Bäume. Auch die Bahn ist betroffen und musste wegen beschädigter Oberleitungen die Strecke Lienz-Innichen sperren. Schienenersatzverkehr war ab gestern Mittag aber wieder möglich.

25 von 40 Feuerwehren
Vor einem Jahr - im Oktoer 2018 - sorgten Rekordfluten für einen Feuerwehr-Großeinsatz in Osttirol. Nun sind erneut 25 von 40 Wehren aktiv. Vorwiegend, um gesperrte Straßen freizulegen. Nach dem Tief ist (leider) vor dem Tief: Die Prognosen der Meteorologen verheißen für Osttirol leider nichts Gutes, schon heute und dann wieder am Dienstag drohen neue Schlechtwetterfronten. Die erwarteten Gesamtniederschlagsmengen sind enorm. Ubimet sieht erst ab Mittwoch eine Beruhigung.

Andreas Moser
Andreas Moser
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