31.10.2019 07:57 |

„Kein Fehlverhalten“

Facebook zahlt Bußgeld wegen Datenskandal

Facebook gibt den Widerstand gegen ein Bußgeld in Höhe von 500.000 Pfund (rund 580.000 Euro) in Großbritannien wegen des Datenskandals um Cambridge Analytica auf. Das soziale Netzwerk räumte allerdings in einer Vereinbarung mit der britischen Datenschutzkommission ICO kein Fehlverhalten ein, wie die Behörde am Mittwoch mitteilte.

Bei dem Datenskandal hatte der Entwickler einer Umfrage-App vor mehr als fünf Jahren Informationen von Facebook-Nutzern unrechtmäßig an die Firma Cambridge Analytica weitergereicht, die später unter anderem für das Wahlkampfteam von US-Präsident Donald Trump arbeitete.

Dabei ging es nicht nur um die Daten der rund 300.000 Umfrage-Teilnehmer, sondern auch um die ihrer Facebook-Freunde. Facebooks Regeln für den Datenzugriff von App-Entwicklern ließen diesen breiten Einzug von Informationen von 2007 bis 2014 zu.

Facebook: „Keine Belege“
Das soziale Netzwerk hatte sich gegen vor einem Jahr verhängte Bußgeld zunächst gewehrt. Facebook erklärte damals zur Begründung, dass es weiterhin keine Belege dafür gebe, dass Daten britischer Nutzer betroffen gewesen seien.

Zugleich ging es Facebook aber auch grundsätzlich um die Auslegung von Datenschutzregeln. So hatte sich der Internetkonzern an der Position der Datenschutzbehörde gestört, dass Nutzer E-Mails oder Chat-Beiträge nicht ohne Einverständnis aller Beteiligten weiterleiten dürften.

Symbolischer Wert
Das Bußgeld von 500.000 Pfund ist für den Konzern ohnehin nur symbolisch:
Trotz Datenskandalen und anhaltender Kritik am Umgang mit manipulativen Web-Inhalten hat Facebook im dritten Quartal glänzend verdient und Nutzer hinzugewonnen. Der Überschuss kletterte im Jahresvergleich um 19 Prozent auf 6,1 Milliarden Dollar, wie der Internetriese am Mittwoch im kalifornischen Menlo Park mitteilte.

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