24.10.2019 08:46 |

Premiere in Italien

Bub bekommt Ohr aus dem 3D-Drucker

Mithilfe eines speziellen 3D-Druckers haben plastische Chirurgen in Italien einem 13-jährigen Buben zu einem neuen Ohr verholfen. Wie die Klinik Al Meyer in Florenz mitteilte, hatte der Bub von Geburt an eine Mikrotie genannte Fehlbildung. Er konnte hören, hatte aber keine Ohrmuscheln. Nun erhielt er einen nach einem 3D-Modell geschaffenen Ersatz aus Knorpel seiner Rippen.

Als Vorlage für den 3D-Druck vermaß die Klinik auch das Ohr der Mutter des Kindes. „Der Vorteil eines Eingriffs dieser Art ist die äußerste Präzision, die es erlaubt hat, den Knorpel, den wir von den Rippen des Buben entnehmen mussten, auf ein Minimum zu begrenzen“, sagte der Arzt Flavio Facchini.

Der Klinik in Florenz zufolge war es die erste Operation dieser Art in Italien. In einigen Monaten werde der Bub ein weiteres Mal operiert, um mit derselben Technik sein zweites Ohr zu rekonstruieren. Weitere Kinder warteten bereits auf einen solchen Eingriff.

Mit der 3D-Rekonstruktionstechnik könnten womöglich auch Missbildungen des Gesichts und Schäden nach Verbrennungen ausgeglichen werden, hieß es.

3D-Verfahren bekommt zunehmend Bedeutung
Laut Lukas Prantl, Präsident der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen, bekommen ähnliche 3D-Verfahren zunehmend Bedeutung in der plastischen Chirurgie. Ein Beispiel seien Kieferoperationen, bei denen aus eigenen oder Leichenknochen Ersatz für beschädigte Bereiche geformt und zugeschliffen werde. Solche 3D-Prototypen werden auch zunehmend in der Brustrekonstruktion eingesetzt.

Verwenden lasse sich die Technik etwa auch bei Trümmerbrüchen im Unterschenkel oder der Hand, erklärte Prantl. Auch dabei kommen demnach oft aufbereitete Knochen von Leichen zum Einsatz, bei denen in speziellen Verfahren alle lebenden Zellen entfernt werden, um Abstoßungsreaktionen zu verhindern.

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