06.10.2019 13:46 |

Update statt Rückruf

Akkus manipuliert? Ermittlungen gegen Tesla

Die US-Bundesbehörde für Straßen- und Fahrzeugsicherheit hat Ermittlungen gegen Tesla eingeleitet. Im Raum steht der Vorwurf, der Elektroautohersteller habe die Akkus bei älteren Fahrzeugen des Typs Models S und Model S per Software-Update manipuliert, um kostspielige Rückrufe wegen defekter Akkus zu vermeiden. Von dem Fall sind potenziell Tausende Fahrzeuge des Herstellers betroffen.

Tesla hatte im Mai nach einem Fahrzeugbrand vorsichtshalber per Software-Update die Lade- und Wärmemanagement-Einstellungen an besagten Fahrzeugtypen überarbeitet. Ziel laut Eigenangaben des Herstellers war es, zum weiteren Schutz der Batterie beizutragen und deren Lebensdauer zu verbessern.

Laut einer im August bei einem nordkalifornischen Bundesgericht eingereichten Klage sollen daraufhin zahlreiche Tesla-Besitzer einen Reichweitenverlust bei ihren Fahrzeugen von bis zu 64 Kilometern bemängelt haben. Sie könnten dadurch nur noch geringere Entfernungen zurücklegen und seien dementsprechend gezwungen, häufiger aufzuladen, so der Vorwurf.

Die US-Bundesbehörde für Straßen- und Fahrzeugsicherheit soll nun laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters überprüfen, ob Tesla die Fahrzeuge für einen Batterie-Tausch hätte zurückrufen müssen.

Akkus manipuliert oder nur gealtert?
Tesla selbst hatte im Juni betont, dass nur wenige Fahrzeuge von der Reichweitenreduzierung betroffen seien und beteuert, die Auswirkungen des Software-Updates zu verbessern. Zugleich hatte der Hersteller den Reichweitenverlust als typisches Anzeichen einer „Akku-Alterung“ im Rahmen des herkömmlichen Gebrauchs abgetan und darauf verwiesen, dass das Ladeverhalten von einer Vielzahl von Faktoren abhänge.

Der Tesla-Kläger bestreitet dies. Er wirft dem Hersteller vor, Kunden nicht über die potenzielle Brandgefahr bei seinen Akkus informiert zu haben und stattdessen, unter dem Deckmantel der „Sicherheit“ und der Erhöhung der „Langlebigkeit“, die Akkus per Software-Update auf betrügerische Art manipuliert zu haben, um eine Haftung zu vermeiden und sich so ein kostspieliges Reparatur- oder Austauschprogramm zu ersparen.

Fall weckt Erinnerungen an iPhone-Bremse
Der Fall weckt Erinnerungen an Apple:
Der iPhone-Hersteller war Ende 2017 in die Kritik geraten, weil er Verbraucher über Monate im Unklaren darüber gelassen hatte, dass die Leistung bestimmter iPhone-Modelle mit abgenutzten Batterien unter Umständen gedrosselt wird, um eine plötzliche Abschaltung unter voller Auslastung zu vermeiden.

Mehrere Verbraucher hatten daraufhin Klage in den USA gegen Apple eingereicht. Sie seien zum Kauf neuer iPhones verleitet worden, statt ihre bisherigen Geräte mit einem Batteriewechsel wieder fit zu machen. Apple hatte daraufhin eingelenkt und den Preis für den Austausch der iPhone-Akkus reduziert. Per Update räumte Apple betroffenen Nutzern zudem die Möglichkeit ein, die eingebaute iPhone-Drosselung selbst zu deaktivieren.

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