04.10.2019 17:31 |

Lieferkette überprüft

Listerien-Wurst: Österreich nur am Rande betroffen

Nach zwei Todesfällen durch Listerien-Bakterien in Wurstwaren in Deutschland untersuchen die deutschen Behörden nun die Hintergründe der Kontamination. Man warte auf den Bericht der Arbeitsgruppe, die den betroffenen Betrieb untersucht habe, sagte ein Sprecher des nordhessischen Landkreises Waldeck-Frankenberg am Freitag. In Österreich waren zwei Unternehmen beliefert worden.

„Es sind zwei Handelsfirmen in zwei Bundesländern. Die zwei belieferten Handelsfirmen in Österreich sind in der Steiermark und Niederösterreich beheimatet. Derzeit ist nicht belegt, dass Produkte, die nach Österreich geliefert wurden, mit Listerien kontaminiert sind“, versicherte die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit am Freitagnachmittag. Der Händler in der Steiermark habe in den vergangenen Tagen sieben Packungen Salami von der deutschen Firma bezogen. Keines dieser Produkte sei jedoch verkauft, alle seien nach Deutschland zurückgeschickt worden. Alle Abnehmer des Händlers in Niederösterreich seien bereits informiert. Betroffene Produkte würden vernichtet bzw. zurückgeschickt, hieß es in der Mitteilung der AGES weiter.

Keime in Pizzasalami und Brühwurst
Am Dienstag wurde das hessische Wurstwaren-Unternehmen Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren in Twistetal-Berndorf in Nordhessen geschlossen, die Sperre bleibt aufrecht. In Wilke-Produkten, konkret in Pizzasalami und Brühwurst, waren mehrfach Listerien nachgewiesen worden. Den ersten Fund in einem Wilke-Produkt habe es im März in Hamburg gegeben, hieß es.

Zwei Tote, 37 Krankheitsfälle
Listerien können für Personen mit schwachem Immunsystem lebensgefährlich sein. Die Behörden verwiesen auf eine Untersuchung des Robert-Koch-Instituts, aus der sich ein unmittelbarer Zusammenhang zu zwei Todesfällen in Südhessen herstellen lasse. Außerdem ist es in Deutschland zu 37 Krankheitsfällen gekommen, die möglicherweise mit Wurstwaren der Firma im Zusammenhang standen. Diese Zahl habe sich auch nach einem Aufruf der Verbraucherorganisation Foodwatch an mögliche weitere Betroffene, sich zu melden, nicht erhöht, hieß es.

Betrieb hat Insolvenz angemeldet
Wilke hat unterdessen einen Antrag auf Insolvenz eingereicht. Für sämtliche Produkte der Firma - sie sind an der Kennzeichnung „DE EV 203 EG“ zu erkennen - läuft eine weltweite Rückrufaktion. Wilke-Wurst soll allerdings auch an Großbetriebe und Großküchen in Krankenhäusern und Kantinen geliefert worden sein. Die Staatsanwaltschaft Kassel ermittelt laut Medienberichten wegen fahrlässiger Tötung.

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