09.09.2019 06:30 |

Buntes Treiben

Innenraum neu: Das kann man sich doch ausmalen!

Der Herbst ist die Jahreszeit intensiver Farbenpracht. Die unbändige Kraft der Farben lässt sich auch bei der Gestaltung von Innenräumen wirkungsvoll einsetzen.

Jeder Mensch hat seine Lieblingsfarbe. Sagen wir: Blau. Stehen wir dann im Supermarkt vor der Qual der Wahl vor einem Regal voller bunter Zahnbürsten, werden wir uns vermutlich für eine blaue Bürste entscheiden. Beim Kauf einer neuen Hose oder auch des neuen Autos geht es uns ganz ähnlich.  So weit, so verständlich. Wenn es nun aber darum geht, die eigenen vier Wände auszumalen, wird die Angelegenheit schon etwas komplexer. Deshalb sollte man im Baumarkt nicht reflexartig zum Kübel mit der persönlichen Lieblingsfarbe greifen, sondern die Angelegenheit erst einmal von der sachlichen Seite angehen.

Die Farbe der Zahnbürste oder des Neuwagens ist in erster Linie Ausdruck des persönlichen Geschmacks. Eine Wandfarbe ist mehr als das. Wir verbringen sehr viel Zeit zuhause, und unsere Wohnumgebung übt eine nicht zu unterschätzende Wirkung auf uns aus. Farben spielen dabei eine entscheidende Rolle.

Gib mir kalt-warm
Die Farbpsychologie unterscheidet insbesondere zwischen warmen und kalten Farben. Gelb, Orange, Rot – das sind die warmen Töne mit anregender Wirkung. Sie sind vor allem in Wohnzimmern, (Wohn-)Küchen oder Arbeitszimmern gern und häufig gesehen. Beim Einsatz der Farbe Rot ist immer ein wenig Zurückhaltung geboten. Mit Gelb und Orange, den helleren Tönen der sonnigen Palette, kann man hingegen kaum etwas falsch machen.

Auf der anderen Seite des Spektrums finden sich die kühlen Farben, allen voran Grün und Blau, denen eine beruhigende Wirkung nachgesagt wird. Darum sind Grün- und Blautöne in Räumen, in denen wir Entspannung suchen, vor allem im Schlafzimmer oder auch im Bad, die richtige Wahl. An derartige Vorgaben braucht sich natürlich niemand sklavisch zu halten. Doch es ist gut, über diese elementaren Wirkungen der Farben Bescheid zu wissen.

Nur eine Wand ausmalen
Sind alle vier Wände eines Raumes in einer Farbe gestrichen, kann das mitunter erdrückend wirken. Das trifft vor allem bei dunkleren oder besonders knalligen Farben zu. Eine sehr nützliche Alternative dazu ist das bunte Ausmalen lediglich einer einzelnen Wand – oder auch nur eines Wandabschnitts.

Der großflächige Farbakzent wird die Atmosphäre des Raumes spürbar beeinflussen. Dennoch besteht niemals die Gefahr, mit dem farblichen Eingriff übers Ziel hinauszuschießen. Die übrigen drei (weißen) Wände dämpfen die Wirkung der bunten Wand dezent ab. Selbst die ausgefallenste Farbe wird auf diese Weise nicht zu „laut“ tönen. Die einzelne, bunt gestrichene Wand ist ein hervorstechender Blickfang und vermag dem Raum optische Tiefe zu verleihen.

Nicht ganz weiß
Apropos weiße Wände: Reinweiß ist, anders als man vielleicht vermuten würde, eine gar nicht so unproblematische Farbe. Puristisch, schnörkellos – und irgendwie steril. Ein Weißton mit zartem Hauch ins Kreidige, Sandige, Steingraue oder Pastellige – und das Ganze wirkt nicht mehr so unterkühlt. Sanftere Weißtöne funktionieren als Hintergrund ebenso neutral wie Reinweiß, ohne dabei den Flair eines Krankenhauses zu versprühen.

Optische Trickkiste
Farbakzente setzen - es geht noch dezenter: Nicht die komplette Einzelwand wird bemalt, sondern nur ein Teil davon. Eine Nische zum Beispiel, oder ein Wandvorsprung. Eine ansehnliche Variante ist etwa ein (100-150 Zentimeter) breiter Farbstreifen, der waagrecht an der unteren Wand verläuft, wobei die Fußleiste (bis zehn bis 20 Zentimeter über dem Boden) weiß bleibt.

Dachschrägen streicht man am besten in der gleichen Farbe wie die Wände, um das Raumgefühl nicht zusätzlich zu verengen. Ob bei farbigen Wänden auch die Decke in der gleichen Farbe gestrichen werden soll, ist Geschmackssache. Im Zweifelsfall bleibt die Decke weiß. Zusätzlich lässt man an der Wand direkt unterhalb der Zimmerdecke einen weißen Streifen von etwa einer Handbreit.

Wer sich traut, darf gerne auch ein bisschen experimentieren. Man streicht z.B. ein Möbelstück und die Wand dahinter mit derselben Farbe. So verschwindet, Hokuspokus, ein mintgrüner Holzschrank vor mintgrüner Wand nahezu im Hintergrund.

Günther Kralicek, wohnkrone.at

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