23.08.2019 12:52 |

Zertifikat gesperrt

Browser-Entwickler hebeln staatliche Spionage aus

Die weltweit führenden Browser-Hersteller blockieren ein technisches Verfahren, mit dem die Regierung Kasachstans versucht, den Internet-Verkehr im Web zu überwachen. Das Browser-Zertifikat ermöglicht, sensible Inhalte mitzulesen und Einfluss darauf zu nehmen, welche Webseiten überhaupt abrufbar sind.

Zunächst kündigten Google und Mozilla an, das staatlich verordnete Zertifikat in ihren Browsern Firefox und Chrome zu blockieren. Danach schloss sich Apple mit seinem Safari-Browser dem Boykott an. Auch in dem Open-Source-Projekt Chromium wird die Installation der staatlich geförderten Malware unterbunden, sodass auch die Browser Brave, Opera und Microsoft Edge das Zertifikat aushebeln, teilte die Bürgerrechtsorganisation EFF am Donnerstag in San Francisco mit.

Totale Überwachung
Laut Google seien nach glaubwürdigen Berichten kasachische Bürger verpflichtet worden, ein von der Regierung ausgestelltes Zertifikat auf allen Geräten und in jedem Browser herunterzuladen und zu installieren. „Dieses Zertifikat ermöglichte es der Regierung, alles zu entschlüsseln und zu lesen, was ein Benutzer eingibt oder veröffentlicht, einschließlich des Abfangens seiner Kontoinformationen und Passwörter“, sagte Google. Vor diesem Hintergrund habe man handeln müssen.

Ein Bericht von Censored Planet, einem Projekt an der University of Michigan, vom Juli besagt, dass das Abfangen der Daten erstmals am 17. Juli entdeckt wurde. Mindestens 37 Domänen seien betroffen, darunter Social-Media- und Kommunikations-Websites wie Twitter, Instagram, Facebook und Google. Firefox-Entwickler Mozilla erklärte, dem Zertifikat künftig auch dann nicht zu vertrauen, wenn Nutzer es manuell installierten. Beim Besuch einer Website, die mit dem Zertifikat antwortet, werde ihnen eine Fehlermeldung angezeigt, die darauf hinweist, dass dieses nicht vertrauenswürdig sei.

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