06.07.2019 16:55 |

Flüchtlingsdrama

40 Stunden in Waggon: Kinder befreit und wohlauf!

Über 40 Stunden in einen engen Güterwaggon gepfercht - so mussten insgesamt elf Flüchtlinge ausharren, ehe ihre Schreie und Klopfzeichen von einem ÖBB-Mitarbeiter gehört wurden. Nun konnte Entwarnung gegeben werden: Alle fünf Kinder sowie die sechs Erwachsenen sind wohlauf.

Der Vorfall weckt Erinnerungen an die Tragödie von Parndorf im Burgenland: Im Jahr 2015 waren dort 71 Menschen grausam in einem Lkw erstickt. Der Haupttäter fasste dafür eine lebenslange Haftstrafe aus. Den elf Iranern hätte nun wohl dasselbe Schicksal gedroht. Denn der Güterwaggon, in dem sie saßen, war verplombt!

ÖBB-Mann hört Hilfeschreie
Das sich anbahnende Flüchtlingsdrama fand aber glücklicherweise am Bahnhof Fürnitz in Kärnten ein Ende, als die Hilfeschreie aus dem Waggon ans Ohr des ÖBB-Mitarbeiters drangen. Dieser alarmierte umgehend die Einsatzkräfte. Die Polizei öffnete den Waggon und fand zwischen Kühlschränken die elf verschreckten Menschen.

Jeder von ihnen hatte 1000 Euro an einen skrupellosen Schlepper bezahlt, der sie in Sid in Serbien in den Waggon gesteckt hatte. Das Zielland war wohl eigentlich Deutschland. Es ist höchst ungewiss, ob die Migranten in dem glühend heißen Waggon noch länger durchgehalten hätten.

Kinder können wieder lachen
Nach ihrer Befreiung wurde die Gruppe aus dem Iran erst einmal vom Roten Kreuz versorgt. Ihr Gesundheitszustand sei in Anbetracht der Umstände gut, hieß es. Und die Kinder konnten sogar schon wieder ein wenig lachen.
Anschließend wurden die Flüchtlinge von der Exekutive ins Verteilerquartier Ossiach gebracht, wo die Fremdenpolizei die weitere Asylbearbeitung übernimmt.

Weiterer Schlepper-Fall in der Steiermark
Auch in Straß (Steiermark) wurde ein Fall von Schlepperei bekannt. Mit gestohlenen Wiener Kennzeichen wurden am Donnerstag zwei serbische Fahrzeuge aufgegriffen.

Die Lenker versuchten zu flüchten. Spuren in den Autos führten letztlich nach Wildon. Dort stieß die Polizei schließlich auf 14 Flüchtlinge aus Bangladesch.

 krone.at
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