Neo-Coach im Interview

Warum Marsch Salzburg cooler als Leipzig findet

Die „Krone“ hat Jesse Marsch bereits zum Interview gebeten. Warum der neue Bullen-Coach den Kaderumbruch locker sieht, welchen Trainertyp er verkörpert, was ihm die Königsklasse bedeutet und warum er Salzburg cooler als Leipzig findet, erzählt er HIER:

„Krone“: Mister Marsch, schön, dass Sie so früh Zeit für ein langes Interview haben. Wie steht’s eigentlich um Ihre Kochkünste?
Jesse Marsch: Nicht so gut. Warum fragen Sie?

Naja, Sie müssen in Salzburg doch ein neues Meistergericht zusammenstellen. Aus wirklich vielen neuen „Zutaten“!
Also viel Küchenerfahrung habe ich nicht. Nur ein wenig aus der Uni-Zeit. Da habe ich etwas gekocht. Aber Achtung: Ich muss hier in Salzburg nicht bei Null anfangen. Ich kann die Frage verstehen, aber wir haben etliche Spieler aus der vergangenen Saison, Spieler hier aus Liefering, Leihspieler, die zurückkommen, die unseren Fußball alle verstehen. Wir haben viel Talent.

Es ist dennoch ein Neustart. Lediglich sechs Mann haben mehr als zehn Spiele in der Gruppenphase eines europäischen Bewerbs bestritten. Reicht das?
Erfahrung kriegt man, wenn man viele große Spiele bestritten hat. Diese Statistik ist durchaus interessant. Aber manchmal ist Erfahrung auch ein leistungslimitierender Faktor. Heißt: Man hat größere Erwartungen, mehr Stress. Man denkt: Was passiert, wenn es nicht gut geht? Ich habe gelernt, dass die „junge Erfahrung“ total wichtig ist. Die Angstlosigkeit von jungen Spielern, auf dem Platz wie abseits. Das beste Beispiel ist Tylor Adams (mittlerweile RB Leipzig, Anm.), den ich bei den New York Red Bulls hatte. Er hat einfach keine Angst. Tylor denkt sich: Das erste große Spiel hat gar keine so große Bedeutung - es kommen noch viele weitere in der Karriere. Das macht ihm keinen Druck. Die Champions League ist ein großer Moment in unserem Verein. Aber diese jungen Spieler haben diese richtige, angstlose Einstellung. Die Idee ist, nicht ans Ergebnis zu denken, sondern daran, wie wir spielen wollen. Wir wollen das Ergebnisdenken in diesem Ergebnis-orientierten Sport aus den Köpfen kriegen. Das ist für mich der Schlüssel.

Also sind keine Neuzugänge nötig?
Über Neuzugänge zu sprechen ist zu früh: Ich habe alle Spieler der Vorsaison gesehen, auch Zusammenschnitte der Leihspieler, die zurückgekehrt sind. Aber ich habe noch nicht lange genug mit den Spielern gearbeitet. Erst wenn ich etwa ihre Persönlichkeit kenne, als Beispiel, bekomme ich einen Überblick. Also sind die ersten drei Wochen für mich sehr wichtig. Dann werde ich mit Christoph Freund schauen, ob wir noch was machen. Wir haben noch Zeit. Außerdem müssen wir mal mit den „neuen“ Spielern arbeiten: Haaland, Koita, Hwang, Bernede, Ashimeru, Okugawa.

Welche Art Fußball-Trainer verkörpern Sie?
Ich bin ein Lehrer auf dem Platz. Meine Aufgabe ist es, dass ich jedem Spieler helfe zu verstehen, was wir möchten und wie seine Rolle aussieht. Wenn man Trainer ist, befindet man sich in einer Art politischer Rolle. Man sollte in der Interaktion mit dem Verein, Spielern und Fans alles richtig machen. Ich weiß etwa auch, dass die Fans ein ganz großer Teil unserer Mannschaft sind. Das will ich ihnen auch zeigen. Ich denke immer: Wie kann ich allen unseren Leuten am besten helfen? Es ist eine selbstlose Position. Je selbstloser ein Leader ist, desto besser führt er. Derzeit grüble ich darüber, wie ich meinen Spielern bei der Entwicklung helfen kann. Die Spieler-Entwicklung funktioniert nur gut, wenn die menschliche Entwicklung passt. Also wenn Spieler nur an sich selbst denken, nicht mit den anderen Spielern interagieren können, dann ist Entwicklung schwer.

Also kann man auch bei Krach mit der Freundin für Tipps zu Ihnen kommen?
Ich sage dann: Kein Problem, lass uns reden! Das war auch in New York so. Ich habe als Spieler nie gedacht, dass ich eine Vaterrolle einnehmen würde. Aber jetzt habe ich sie irgendwie eingenommen. Das ist ein gutes Gefühl, das viele Vertrauen, über alles reden zu können. Meine Tür ist immer offen.

Gibt’s ein Szenario, dass Sie am Ende der Saison auch ohne Meistertitel happy sind?
Meister zu werden ist unser großes Ziel. Aber das ist jetzt nicht das Thema. Entwicklung ist das Thema.

Herr Marsch, die Königsklasse steht erstmals vor Salzburgs Toren - spüren Sie sie schon?
Es war für mich als Spieler und Trainer ein Traum, Champions League zu schauen. In Amerika gab es die immer nachmittags zu sehen. Erst war es ein Traum, nur zu schauen. Aber irgendwann Trainer eines Champions League-Teams zu sein, war nicht in meinem Kopf. Aber mittlerweile habe ich im Fußball viel erlebt und bin jetzt Trainer eines Klubs, der in der Champions League antritt. Wir können jetzt die besten Gegner der Welt bekommen. Daher bin ich ganz ehrlich: In diesen Spielen ist das Ergebnis nicht ganz so wichtig. Was wichtig ist: Dass wir zusammen alles füreinander geben. Schauen wir, was dann passiert.

Die Bullen waren gemessen an der Siegquote zuletzt überragend - kann man taktisch etwas besser machen?
In den letzten Jahren war Salzburg sehr erfolgreich, hat vorwiegend mit Raute gespielt. Werden wir auch machen. Aber ich will, dass die Mannschaft noch flexibler wird, also die Raute nicht die einzige Option ist. Ich will auch mit einer Dreierkette in der Abwehr arbeiten, mit Fünferkette, vor der Abwehr auch mit 2-2-2, oder generell 4-3-3. Ich möchte noch mehr Flexibilität. Die Balance gegen Ball und mit Ball war unter Rose sehr gut. Ich möchte aber ein bisschen mehr vom Pressing gegen den Ball haben. Ich möchte unser Team mit und gegen den Ball noch kompakter machen. Das ist keine Kritik an den Vorjahren, meine Vorstellung von Fußball ist aber ein wenig anders. Auch bei Positionierung der Spieler. Taki Minamino hat etwa viel Flexibilität. Stürmer, Zehner, Achter - er kann alles spielen. So eine Flexibilität zu etablieren braucht aber Zeit.

Wie kommen Sie in Salzburg, mit den Leuten klar?
Ausgezeichnet! Es ist die Art und Weise der Menschen hier. Ganz anders als in Deutschland. Es ist entspannter. Die Leute sind offener. In der Stadt, im Hotel, es ist entspannter, einfacher. Ein gutes Gefühl. Salzburg passt besser zu meiner Familie als Leipzig. Weil die Leute entspannt sind, immer ein Lächeln auf den Lippen tragen. Die positive Einstellung ist für mich das Wichtigste im Leben.

Sind wir Österreicher etwa „amerikanischer“ als die deutschen Nachbarn?
Absolut - meine ich ehrlich so. Ja! Zum Vergleich mit Amerika: Die Ostküste ist zu verrückt nach Erfolg, fleißig. Die Westküste hat auch diese Qualität. Aber auch das Gen zu entspannen. Ich denke, die Balance zwischen Leben und Arbeit ist in Österreich ausgewogener als in Deutschland, mehr wie an der Westküste. Die richtige Team-Balance ist auch unglaublich wichtig. Wir müssen den richtigen Wettkampf-Geist haben, aber auch das Spiel genießen können.

Sie haben ein Jahr mit Ralf Rangnick gearbeitet. Was nahmen Sie davon mit?
Er arbeitet sehr erfolgreich, ist unnachgiebig, was den Erfolg betrifft. Das ist aber nicht ganz meine Art, ich bin anders und versuche, mehr auf die Menschen einzugehen.

Valentin Snobe, Kronen Zeitung

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