01.07.2019 07:30 |

Wasserspender

Wie Sie Ihre Pflanzen in der Urlaubszeit versorgen

Damit die Urlaubszeit nicht zur Trockenzeit wird: wohnkrone.at verrät praktische Tipps und Tricks, wie man seine Pflanzen auch in Abwesenheit gut versorgt.

Die verlässlichste Methode, Pflanzen gut über den Urlaub zu bringen, ist natürlich immer noch die gute alte Gießhilfe. Vor allem bei großen Gärten oder Terrassen ist so eine Urlaubsvertretung, die sich während der Abwesenheit um die Pflanzen kümmert, wichtig. Hat man eine deratige Vertrauensperson allerdings nicht, so gilt es, andere Maßnahmen zu ergreifen.

Wasserbad im Schatten
Pflanzen im Schatten verdunsten weniger Wasser. Also: Einen großen Schirm aufstellen oder ein Sonnensegel installieren, die vor den heißen Strahlen schützen. Untersetzer, Schalen und Wannen, die einige Zentimeter mit Wasser gefüllt sind, wenden ein Vertrocknen ab. Die Töpfe kleinerer Pflanzen tauchen Sie vor Ihrer Abreise in Wasser ein, bis die Erde richtig vollgesogen ist und keine Luftblasen mehr aufsteigen. Größere Kübelpflanzen stellen Sie am besten auf einer nassen Vliesmatte an einem schattigen Ort in Gruppen auf. Alternativ können Sie auch ein Kinderplanschbecken an einem schattigen Platz aufstellen und es mit etwas Wasser und Blähton – dem Granulat der Hydrokultur – füllen. Die Balkon- und Terrassenpflanzen werden dann einfach hineingestellt.

Einen ähnlichen Trick gibt es auch für Zimmerpflanzen: Man füllt etwas Wasser in die Badewanne und legt alte Handtücher darin aus. Die Pflanzen nehmen die Feuchtigkeit aus den Handtüchern auf. Zunächst einmal geht es aber um die gute Vorbereitung von Garten, Balkon und Terrasse für die Zeit Ihrer Abwesenheit.

Vorbereitung im Garten
Hacken Sie Beete vor dem Urlaub noch einmal gründlich auf. So werden die dünnen Bodenkanäle durchbrochen. Es steigt kein Wasser nach oben, das an der Oberfläche nutzlos verdunsten würde. Zupfen Sie alle dürren Blätter ab – das verringert das Risiko für Pilzbefall. Untersuchen Sie die Pflanzen auf Ungeziefer und Krankheiten und setzen Sie – falls Sie fündig werden – noch vor dem Urlaub Maßnahmen dagegen.  Für den Rasen gilt: Kurz vor der Abreise ausgiebig wässern und nicht mehr mähen! Ist das Wasser 15 Zentimeter tief in den Boden gesickert, dann kommt der Rasen sechs bis zehn Tage über die Runden. Eine weitere Maßnahme, die Sie vor dem Urlaub ergreifen können, ist das Zurückschneiden aller mehrjährigen Stauden (z.B. Rittersporn, Katzenminze und Sterndolde), um das Wuchern der Triebe zu vermeiden. Viele Stauden haben nach dem Rückschnitt eine zweite Nachblüte.

Munter mit Mulch
Eine gute Mulchschicht hilft dem Boden, viel Feuchtigkeit zu speichern. Sie verhindert außerdem lästigen Unkrautwuchs und versorgt zusätzlich die Erde mit Nährstoffen. Der frische Rasenschnitt eignet sich bestens als Mulch auf Beeten, aber auch in Trögen und Hochbeeten.

Ollas fürs Hochbeet
Olla heißt auf Spanisch „Topf“. Die großen, unglasierten Tongefäße (mit oder ohne Deckel) verjüngen sich nach oben und sehen aus wie griechische Amphoren, andere wieder erinnern an Blumenvasen. Sie sind Wasserspender, die in der Erde vergraben werden. Die wassergefüllten Ollas geben über ihre porösen Wände dosiert Feuchtigkeit an das umgebende Erdreich ab. Gegossen wird nicht auf die Erde, sondern in den Topf!

Das Prinzip kommt aus China. Wenn die Ollas irgendwann leer sind, werden sie von oben einfach wieder aufgefüllt. Der große Vorteil von Ollas: vier bis fünf Tage auch bei großer Trockenheit nicht gießen. Ollas gibt’s im (Online-)Handel in unterschiedlichen Ausführungen.

Wasser aus Flaschen
Bei größeren Topfpflanzen nehmen Sie eine Wasserflasche (PET oder Glas) zur Hilfe: Statten Sie den Deckel der Flasche mit einem kleinen Loch aus und stecken Sie die Flasche dann kopfüber in die Pflanzenerde. Es dauert mehrere Tage, bis das Wasser aus der Flasche in die Erde gesickert ist.

Wasserspeicher
Damit Ihre Kübelpflanzen gut versorgt sind, können Sie ein Langzeit-Wasserspeicher-Granulat unter die Blumenerde mischen. Es erhöht die Kapazität des Wasserhaltens von Böden und Substraten. Acht Gramm Granulat entspricht einem gestrichenen Esslöffel und reicht für acht bis zehn Liter Pflanzenerde. Achten Sie auf die Anleitung auf der Packung, da es sehr unterschiedliche Marken im Handel gibt.

Trink-Kugeln
Eine Wasserspeicherkugel ist nicht nur praktisch, sie kann auch sehr dekorativ sein. Die Glaskugel sitzt auf einem dünnen Rohr und wird mit Wasser angefüllt. Dann steckt man das Rohr wurzelnah in den Blumentopf. So wird das Wasser gleichmäßig an die Erde abgegeben. Eignet sich auch für Zimmerpflanzen das ganze Jahr über.

Kisten mit Wasser
Blumenkästen mit integriertem Wasserspeicher eignen sich besonders für den Balkon. Sie bestehen aus einem Kasten mit Einsatz. Am Boden des äußeren Kastens wird das Wasser gespeichert, während sich die Pflanzen über einen Ansaugkegel so viel Flüssigkeit ziehen, wie sie brauchen. Ein Wasserstandsmesser informiert über die Menge des gespeicherten Wassers. Ein besonders großes Sortiment derartiger Pflanzgefäße bietet die Firma Lechuza.

Wasser aus dem Kegel
Mit dem Tropf-Blumat können Sie Blumenkübel und Balkonkästen tröpfchenweise und ganz ohne Strom wässern. Die einzelnen Tonkegel sind über Schläuche mit einem Tank verbunden. Sie werden in die Blumenerde gesteckt und reagieren auf den Feuchtigkeitsgehalt im Topf. Es wird immer nur so viel Wasser abgegeben, wie es die einzelne Pflanze verlangt.

Bewährtes vom Profi
Eine Methode für Garten und Terrasse ist das „Micro-Drip-System“ vom Gartenprofi Gardena: An einen Wasserhahn oder eine Regentonne wird ein Druckminderer angeschlossen. Schläuche, die zu den Blumenkübeln führen, geben das Wasser tropfenweise ab.

Trick von der Rolle
Zum Schluss noch ein nahezu kostenloser Bewässerungstipp: Pflanzen versorgen sich selbst über ein mit Wasser getränktes eingedrehtes Küchenrollenpapier. Als Wasserreservoir dient eine Schüssel oder ein Eimer mit Wasser.

Und so geht’s: Küchenrolle falten und zu einer „Wurst“ eindrehen. „Küchenrollenwurst“ mit Wasser tränken. Küchenrolle auf der Pflanzerde um den Stamm wickeln und gut am Boden andrücken. Das andere Ende der Küchenrolle in das Wasserreservoir stecken. Optische Anleitungen dazu finden sich u.a. auf YouTube.

Wichtig vor der Abreise

  • Stauden zurückschneiden
  • Verblühtes entfernen
  • Reife Früchte abernten
  • Erde mit Mulchmaterial wie Stroh, Grasschnitt, Rindenmulch abdecken
  • Rasen fest gießen und nicht mähen, Gras zehn Zentimeter hoch lassen. Lange Rasengräser überstehen die Trockenheit besser.
  • Gartenpflanzen nicht düngen

Angelika Starkl, wohnkrone.at

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