Do, 20. Juni 2019
22.05.2019 11:35

Für Rotes Kreuz & Co.

Facebook baut aus seinen Daten Seuchen-Landkarten

Das soziale Netzwerk Facebook glaubt, seine gewaltige Datensammlung über mittlerweile rund 2,4 Milliarden Nutzer könnte der Medizin helfen, Krankheiten einzudämmen. Auf Basis von Facebook-Daten, Satellitenbildern und öffentlichem Material hat Facebook deshalb Seuchen-Landkarten erstellt, die zeigen, wie sich Krankheiten ausbreiten und sich die betroffene Bevölkerung zusammensetzt.

Pest, Pocken oder Polio: Besserer Hygiene, neuen Arzneimitteln und Impfungen sei Dank, konnte die Medizin in den letzten Jahrhunderten viele Krankheiten ganz oder beinahe ausrotten. Doch SARS, Vogel- und Schweinegrippe oder Ebola zeigen: Zu Epidemien kann es trotz aller Fortschritte immer noch kommen, vor allem in weniger entwickelten oder besonders dicht besiedelten Ländern. Und die alljährliche Grippewelle macht auch vor Industrienationen nicht Halt.

Facebook verspricht neues Werkzeug für Mediziner
Mediziner, die Krankheiten an der Ausbreitung hindern wollen, sollen in Zukunft nun mit einem neuen Werkzeug ausgestattet werden, kündigt Facebook an. Das soziale Netzwerk hat nämlich auf Basis seines enormen Datenbestands und unter Zuhilfenahme von öffentlich nutzbaren Infos sowie Satellitendaten Seuchen-Landkarten erstellt, die Medizinern im Fall einer Epidemie genau die Infos liefern sollen, die sie brauchen.

So sei man beispielsweise imstande, die Verteilung ganz bestimmter Bevölkerungsgruppen auf ein Staatsgebiet zu visualisieren. Wo leben die meisten Alten? Wie verteilt sich eine Gruppe, die ein besonders hohes Krankheitsrisiko aufweist? Solche Informationen könne man nun mit einer Detailgenauigkeit präsentieren, wie es sie zuvor noch nie gab, erklärt Facebook in einem Blogeintrag.

Detaillierte Infos über Wanderbewegungen
Neben der Identifikation des Aufenthaltsortes von Risikogruppen könne man auch Karten über die täglichen Wanderbewegungen in einer Region anfertigen, erklären Laura McGorman und Alex Pompe von Facebook. Der Hintergedanke: Weiß man, wie Menschen pendeln, kann man auch die Ausbreitung einer Krankheit nach ihrem ersten Ausbruch besser prognostizieren. Relevant für die Medizin ist aus Sicht von Facebook heute auch, ob Personen in einem von einer Seuche betroffenen Gebiet Zugang zum Internet haben und somit mit Informationen versorgt werden können.

Gedacht sind die Daten laut Facebook vor allem für die Medizin und Hilfsorganisationen. Dem Roten Kreuz habe man etwa in den USA in den letzten Monaten geholfen, eine Masernepidemie in den Griff zu bekommen und Mitarbeiter mit Impfinformationen in die richtigen Gebiete zu schicken. Andere Organisationen, die Facebook mit den Daten versorgen will, sind UNICEF und die Harvard School of Public Health and Direct Relief.

 krone.at
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