Sa, 25. Mai 2019
05.05.2019 06:01

krone.at-Test

Amazon Kindle 2019: Was kann der Volks-Reader?

Anfangs waren E-Book-Reader mit Beleuchtung ein recht teurer Spaß, mittlerweile findet man sie aber auch in der Preisklasse unter 100 Euro. Nicht zuletzt, weil Amazon seinem Einsteiger-Kindle jüngst ein Hardware-Update spendiert hat und dieser seither für 80 Euro mit beleuchtetem Display daherkommt. Ein wirklich praktisches Feature, aber stimmt auch das Drumherum? Wir haben es getestet.

Amazon ist mit seiner Kindle-Familie der dominante Player im eher kompakten Markt für E-Book-Reader und hat mit dem Paperwhite auch schon länger ein Modell mit beleuchtetem Display im Sortiment. Der Vorteil liegt auf der Hand: Man kann auch im Dunkeln darauf lesen, braucht für nächtliche Lesesitzungen kein Licht aufdrehen.

So ein Kindle Paperwhite ist allerdings auch etwas teurer: 120 Euro nimmt Amazon für das Modell, der reguläre Kindle ist also um ein Drittel billiger.

Display: Scharf genug, aber nicht superscharf
Der günstigere Preis muss natürlich irgendwo herkommen: Nicht erweiterbare vier Gigabyte Speicher - davon rund 2,5 verfügbar - sind nicht allzu viel, das Display des Basis-Kindle ist mit 600 mal 800 Pixel auch nicht das schärfste. Sicher, auf sechs Zoll Diagonale kommt man schon zurecht, nur: So richtig gedruckt-scharf wie auf teureren Readern kommt Text nicht herüber.

Zum Vergleich: Ein Kindle Paperwhite löst mit 1072 mal 1448 Pixeln auf, Amazons Top-Reader Oasis mit 1264 mal 1680 Pixeln. Da sind dann selbst mit größter Mühe keine Pixel mehr erkennbar. Am Basis-Kindle schon.

Im positiven Sinne „massiv“
Wer seinen Reader nicht allzu intensiv nutzt, mag darüber aber hinwegschauen, immerhin bietet Amazon mit dem neuen Kindle einen recht günstigen Einstieg ins elektronische Lesen an. Einen haptisch mit seinem matten Kunststoffgehäuse schön griffigen, mit 174 Gramm Gewicht im positiven Sinne massiven Volks-Reader.

Manch einer mag Tasten zum Blättern vermissen oder den nicht mehr ganz taufrischen microUSB-Anschluss bemängeln, in Summe handelt es sich beim Kindle unter Berücksichtigung seines Preises aber um ein wertiges Gerät.

Eingängige Bedienung, interessant für Prime-User
Die Bedienung erfolgt per Touch-Gesten am Bildschirm, das Menü ist übersichtlich und recht selbsterklärend umgesetzt. Amazons Ökosystem ist prominent ins System eingegliedert. Gerade für Prime-Kundschaft muss das kein Nachteil sein, immerhin hat sie Zugriff auf eine E-Book-Bibliothek mit viel Gratis-Lesestoff. Gut gemacht ist das Empfehlungssystem. Wer, wenn nicht der Buchhändler mit Kaufhistorie könnte hier brillieren - wenn man sich denn für ihn gläsern machen will?

Gänzlich auf das Amazon-Ökosystem beschränkt ist man aber nicht. Im Test gelang es uns auch - wenn auch nicht in jedem gängigen E-Book-Format - mit Hilfs-Software wie Calibre und entsprechender Konvertierung, Amazon-fremde elektronische Bücher auf den Reader aufzuspielen. 

Gute Ausstattung, starke Akkulaufzeit
Die Anschluss- und Funkausstattung umfasst N-WLAN und Bluetooth, der Reader kann also direkt E-Books herunterladen und mit einem rudimentären Browser Websites anzeigen. Hörbücher über Bluetooth-Audiogeräte kann man dank Bluetooth 4.0 LE ebenfalls anhören.

Der Akku schlägt sich bei alledem wacker. Unsere Erfahrungen aus der Testphase legen nahe, dass der Kindle selbst bei recht intensiver Nutzung über mehrere Stunden am Tag und aktiviertem Hintergrundlicht mehr als eine Woche mit einer Akkuladung auskommt. Wenig-Leser ringen ihm durchaus auch das Dreifache ab - je nach Nutzungsverhalten. Hörbücher und WLAN-Anfragen fallen nämlich technologiebedingt stärker ins Gewicht als das gewöhnliche Lesen. Wird der Kindle doch einmal geladen, dann am besten über Nacht. Eine volle Ladung dauert mehrere Stunden.

Fazit: Sicher, es gibt E-Book-Reader mit höherer Auflösung, mehr Speicher und größerem Display, manch ein Rivale ist auch bei den unterstützten Dateiformaten weniger heikel und schluckt microSD-Karten. Für Einsteiger, die hin und wieder elektronisch lesen wollen, ist Amazons 80-Euro-Kindle mit dem beleuchteten Display aber dennoch eine gute Wahl, bei der man viel Technik fürs Geld und ein durchdachtes und unkompliziertes Benutzererlebnis bekommt.

Möchten Sie sich Amazon-Bewertungen zu diesem Produkt ansehen? Hier geht es zur Produktseite! Kommt es zum Kauf, erhält krone.at eine geringfügige Provision.

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger

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