22.04.2019 06:07 |

Bauchfett

„Rettungsringe“ als Risiko

Wer mit einer allzu runden Leibesmitte durch das Leben geht, hat nicht nur mit überschüssigen Kilos zu kämpfen. Dieses spezielle Gewebe macht mitunter sogar krank, weil es den Stoffwechsel negativ beeinflusst!

Grundsätzlich unterscheiden Mediziner zwei Arten von Fett im Körper, das subkutane und das viszerale. Das Erstere, das Unterhautfettgewebe, beschreibt jene Pölsterchen, die von außen an Schenkeln, Hüfte und Po sichtbar sind. Wir brauchen es vor allem als Energiespeicher und Polsterung, die uns auch warm hält. Es verhält sich sozusagen „ruhig“. Im Gegenteil dazu steht „viszerales Fett“, das die Organe wie etwa Leber und Darm umgibt. Im Gegensatz zu seinem harmlosen Pendant setzt es mehrere hundert verschiedene Botenstoffe frei. Darunter auch jene, die Entzündungen auslösen können oder sich negativ auf Blutdruck oder Insulinausschüttung auswirken können. Im schlimmsten Fall drohen dann sogar Folgen wie Herzinfarkt und Schlaganfall!

Männer haben öfter eine große „Wampe“
Experten vermuten, dass die Sexualhormone bei der Entstehung des Bauchfetts eine gewissen Rolle spielen. So neigen Männer häufiger zu diesem typischen „Bierbauch“, da das Hormon Testosteron eher diese Art der Fettverteilung begünstigt. Auch Frauen nehmen nach den Wechseljahren vermehrt um die Leibesmitte zu - das Hormon Östrogen wird weniger gebildet. Die negativen Folgen kommen dann auch im weiblichen Körper zu tragen.

Nehmen Sie ein Maßband zur Hand!
Um herauszufinden, ob Sie bereits zu viel des schädlichen Gewebes aufweisen, sollten Sie Ihren Bauch abmessen: Das Risiko für Folgeschäden erhöht sich bei „ihr“, wenn das Maßband mehr als 88 cm anzeigt, bei „ihm“, wenn die 102 cm sichtbar werden. Wie kommen Sie zu einem korrekten Ergebnis? Stellen Sie sich am Morgen vor dem Frühstück nackt vor einen Spiegel. Legen Sie das Band dort an, wo der größte Umfang vorliegt, etwa rund um den Nabel. Um einen geeigneten Mittelwert zu erhalten, Bauch zuerst eingezogen, dann ausgestreckt und schließlich in lockerem Zustand. Alles aufschreiben, wobei die dritte Notiz die wichtigste ist. Sagen Sie daher dem Bauchfett am besten gleich den Kampf an - durch ausgewogen essen und mehr bewegen!

Eva Greil-Schähs, Kronen Zeitung

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