08.06.2019 06:31 |

krone.at-Bastelstunde

Was Sie aus alten Android-Handys machen können

Alle paar Jahre wechselt der Durchschnittsösterreicher sein Smartphone, da sollten mittlerweile in vielen Haushalten einige ausgemusterte Smartphones zusammengekommen sein. Oft mit schlappem Akku, wenig Power, schwacher Kamera und geringer Auflösung geplagt, will man diese Geräte heute kaum mehr wirklich als Smartphone nutzen. Zum Wegwerfen sind sie aber auch zu schade, immerhin lassen sich daraus eine Menge nützliche Dinge basteln. 

Es braucht nur etwas Kreativität, die richtigen Apps und vielleicht die eine oder andere Zusatz-Hardware, vom Gamepad bis zur Wandhalterung, um aus einem alten Smartphone wieder einen nützlichen Helfer für den Alltag zusammen zu bastlen. Wir haben Bastelvorschläge für Sie gesammelt.

Die Smart-Home-Zentralsteuerung
Smart-Home-Komponenten temperieren, beleuchten, beschatten, beschallen und steuern in immer mehr Haushalten den Wohnraum. Und alle kommen sie mit Begleit-Apps, um sie mit dem Handy zu programmieren und anzusteuern. Was liegt da näher, als ein ausgemustertes Smartphone exklusiv für diese Aufgabe abzustellen, womöglich gar fix montiert an einer Wandhalterung?

Sorgen Sie für Strom und gute Erreichbarkeit des Geräts, installieren Sie alles, was man im Smart Home brauchen könnte. Die Apps für Ihr Beleuchtungssystem, für vernetzte Heizungsregler, für Überwachungskameras, Schaltsteckdosen, kurzum: Alles, was Sie für Ihr Smart Home brauchen. Vielleicht noch eine Sprachsteuerung - Google Assistant, Amazon Alexa - und Streaming-Apps für vernetzte Audio- und Videokomponenten dazu und für schnellen Zugriff ein paar Widgets auf den Startbildschirm, und schon steht Ihre Steuerzentrale.

Das Portal zu Multimedia-Inhalten
Gerade ausgemusterte Smartphones mit Infrarotmodul und Universalfernbedienungs-Funktion eignen sich vortrefflich als Multimedia-Steuerzentrale. Ganz besonders im Verbund mit Googles Chromecast-Streamingsticks oder kompatiblen Smart-TVs und Stereoanlagen blüht ihre Audio- und Videodatenbank fortan ruckzuck auf dem Gerät Ihrer Wahl auf. Am Smartphone Inhalte und Ort für die Wiedergabe auswählen, und los geht’s.

Passende Apps gibt es viele. Mediacenter-Programme wie Kodi - aufs Handy installiert und mit dem TV verbunden, hat man hier auch ein Smart-TV-Nachrüstkit - lassen sich via Smartphone-Fernbedienung steuern. So gut wie jede Mediathek eines TV-Senders ist heute Chromecast-kompatibel, ebenso Video- und Musikstreamer wie Netflix oder Spotify. Lokale Medien lassen sich am Handy gut durchforsten, wenn Sie diese am PC oder NAS mittels UPnP-Streamingserver anbieten.

Die Retro-Konsole für unterwegs
Sicher, ausgemusterte Smartphones sind meist keine Leistungswunder. Bei aktuellen Smartphone-Games vom Schlage eines „PUBG Mobile“ spielt man mit ihnen nicht mehr mit. Für viele andere Dinge taugen sie aber noch, ganz besonders in Kombination mit einem Bluetooth-Controller mit Smartphone-Halterung. Der verwandelt das Gerät in ein Gaming-Handheld, den Rest tun Emulator-Apps für Games alter Konsolen und die Steam-Link-App, die - ausreichend schnelles WLAN vorausgesetzt - Streaming-Zugriff auf den Gaming-PC erlaubt.

So entsteht, gepaart mit Steam ein - bei der Eingabelatenz natürlich durch das Netzwerktempo limitiertes - mobiles Spielgerät für zuhause, auf dem sich viele PC-Spiele durchaus vernünftig auf die Couch verlegen lassen. Emulatoren bieten im Prinzip noch einmal Zugriff auf eine Vielzahl klassischer Konsolen-Games, vor allem jene aus der 16-Bit-Ära sollten selbst für ältere Smartphones kein Problem darstellen. Bei der Beschaffung der nötigen ROM-Dateien bewegt man sich allerdings in einer rechtlichen Grauzone.

Der Zugang zum heimischen PC
VPN-Software verwandelt das Smartphone in ein Spiegelbild Ihres Desktop-PCs. Einfach Server am PC und Client-App am Smartphone installieren, Verbindungsdaten eintragen und verbinden. Fortan ist der PC-Bildschirm am Smartphone zugänglich, so lassen sich beispielsweise Server verwalten oder Aktivitäten überwachen. Textverarbeitung wird man auf diesem Weg freilich weniger betreiben.

Die improvisierte Überwachungskamera
Selbst in alten Smartphones sind oft brauchbare Kamerasysteme eingebaut. Mit gewissen Apps wie Salient Eye können ausgemusterte Android-Geräte diese nutzen und - an richtiger Stelle montiert - in ein Überwachungssystem verwandelt werden. Mit der passenden Anwendung wird das Gerät aktiv, wenn es eine Bewegung registriert, knipst Fotos und schießt Videos, lädt diese in die Cloud, alarmiert per Mail oder SMS den Wohnungsbesitzer oder gibt Alarm aus. Alternatives Anwendungsszenario: Es gibt auch Apps, die aus einem Android-Handy ein Babyfon mit Videozugriff machen.

Video-Gegensprechanlage für die Tür
Gepaart mit einer passenden vernetzten Kamera an der Tür und möglicherweise fix montiert wird aus einem alten Android-Handy eine Video-Gegensprechanlage. Die lässt sich im Smart Home gut an einem zentralen Ort platzieren und liefert Live-Bilder von der Haustür. Das passende Gegenstück - etwa die Nest Camera - vorausgesetzt, kann man auf diesem Weg auch mit dem Gegenüber reden.

To-do-Zentrale für die Familie
Die einen nutzen Zetterl am Kühlschrank, die anderen organisieren ihre Termine und Notizen im Netz. Weil sich Termine und Notizen auch synchronisieren und auf PC und Smartphone abrufen lassen, bietet sich ein ausgemustertes Android-Handy als exklusiv für diesen Zweck zum Beispiel in der Küche platzierte Lösung für die ganze Familie an. Einkaufszettel, gemeinsame Kalender und dergleichen lassen sich über Apps wie Google Keep bzw. Calendar auf diesem Weg gut nutzen und lassen es auch gleich alle anderen User wissen, wenn im Kühlschrank etwas fehlt oder ein Termin angesetzt wird.

Mit einem alten Android-Handy kann man noch viele andere Dinge machen. Mobiler Internetzugang, der via Tethering andere Geräte ohne SIM-Kartenslot versorgt; Web- oder Dateiserver mit geringem Verbrauch; Smart-TV-Nachrüst-Kits; Streaming-Empfänger für alte Hi-Fi-Komponenten; Touchscreen-Interface für den PC; Digitaler Bilderrahmen; Navigationsgerät im Auto. Ihnen fällt noch mehr ein? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare.

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger

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