01.03.2019 09:20 |

„Dash Buttons“

Amazon nimmt Bestellknöpfe aus dem Sortiment

Amazon stellt den Verkauf seiner „Dash“-Bestellknöpfe zum schnellen Nachordern von Alltagsartikeln weltweit ein. Statt der Hardware-Knöpfe will sich der Online-Händler künftig auf verwandte digitale Dienste konzentrieren. Dazu gehören virtuelle „Dash“-Buttons, die man sich auf der Amazon-Website oder in der App einrichten kann. Bestehende Buttons blieben „natürlich funktionsfähig“, betonte Amazon.

Für Deutschland hat die Entscheidung eine besondere Brisanz. Amazon hatte im Jänner in zweiter Instanz vor dem Oberlandesgericht München einen Rechtsstreit mit der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen um die Knöpfe verloren. Die Richter entschieden, dass Amazon gegen Gesetze zum Online-Handel verstoße, weil beim Einkauf klare Informationen zu Inhalt, Preis und der Hinweis auf eine zahlungspflichtige Bestellung fehlten. Die Buttons, die an eine Türklingel erinnern, haben nur das Logo des Anbieters eines Produkts und den Knopf, der eine Bestellung auslöst.

Das weltweite Aus für den „Dash“-Button sei keine Folge der Niederlage in München, betonte Amazon. „Die Entscheidung des Oberlandesgerichtes München steht in keinerlei Zusammenhang mit der Entscheidung, den Dash-Button weltweit nicht weiter anzubieten“, sagte Amazon-Manager Tim Freystedt. Grund sei, dass Kunden zunehmend andere Angebote zum Nachordern nutzten. So bietet Amazon etwa den „Dash Replenishment Service“, bei dem vernetzte Hausgeräte automatisch nötige Verbrauchsmittel nachbestellen. Außerdem können Kunden auch per Sprachbefehl an Amazons Assistentin Alexa über entsprechende Lautsprecher Artikel nachordern.

Den juristischen Streit um die Knöpfe will Amazon trotz des Verkaufsstopps durchfechten. „Wir werden nach wie vor gegen die Entscheidung des OLG Rechtsmittel einlegen, weil wir sie für innovationsfeindlich und falsch halten“, sagte Freystedt. Das positive Feedback der Kunden bestärke Amazon darin. Die Knöpfe wurden weltweit in sieben Ländern angeboten: USA, Deutschland, Japan, Großbritannien, Italien, Spanien, Frankreich.

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