Kritik per Transparent

Menschenunwürdig? Bayern-Fans schießen gegen Bosse

Sind die Bayern-Bosse Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß blind vor Geldgier? Zumindest suggeriert das ein Transparent, mit dem die eigenen Fans gegen die zwei Altmeister an der Spitze des Kultklubs schießen. Harsche Kritik, plakativ zur Schau gestellt. Die Ultras prangern damit Bayerns oft zwiespältig beäugte Liaisons mit Katar an, wo erst unlängst wieder ein Trainingslager abgehalten wurde.

Eine mit Euro-Zeichen verzierte Binde verdeckt auf dem Transparent je ein Auge der beiden Bayern-Macher. Im Hintergrund werden offenbar ausgebeutete Arbeiter per Peitschenhiebe zum Weiterschuften „animiert“. In der von den Bossen ausgehenden Sprechblase ist zu lesen: „Hervorragende Trainingsbedingungen.“ Die Message hinter der gestern beim Heimspiel gegen Stuttgart gezeigten Karikatur ist klar: Solange die Kohle stimmt, wischt die Klubspitze sämtliche Gedanken an menschenunwürdige Bedingungen in Katar staubtrocken vom Tisch.

„Dialog mit Katar“
Mit dem harschen Transparent erreicht die Kritik an Bayerns Liebäugelei mit (dem Unrechtsstaat?)  Katar eine neue Dimension. Zwielichtig erscheint die Liaison Bayern-Katar kritischen Beobachtern freilich schon länger. Seit Jahre reist Bayern zum Trainingslager nach Doha, in die Hauptstadt Katars. Der FC Bayern sei „eines von vielen deutschen Mittelstandsunternehmen, die mit einem Partner aus Doha kooperieren. Wie andere Fußballvereine und Sportverbände auch beteiligen wir uns an einem Dialig in der Golfregion“, pflegte Aufsichtsratsvorsitzender Rummenigge die Reisen zu verteidigen. Außerdem stehe man mit Katar „in regelmäßigem Austausch über Entwicklungen in unseren Gesellschaften, der das Thema der Menschenrechte und die Recht von Arbeitern und Arbeitnehmern einschließt“.

Die hartgesottenen Bayern-Fans scheinen derartige Statements nicht zu befriedigen. Und taten ihr Missfallen an der Strategie unmissverständlich kund. Überhaupt scheint es dieser Tage in Mode zu sein, gegen Hoeneß und Rummenigge zu schießen. So hatte etwa im Dezember Bayern-Fan Johannes Bachmayr im Zuge der Jahreshauptversammlung öffentlich ins Mikrofon gepoltert: „Wir gehen PSG als Staatsverein von Katar an, aber das Sponsoring aus Katar nehmen wir gerne an.“

„Wir rühmen uns einerseits mit dem Erbe Kurt Landauers (langjähriger Bayern-Präsident, Anm.), schreiben uns aber andereseits die Haltung der Kataris auf die Ärmeln.“ Bachmayrs Brandrede mauserte sich in Windeseile zum Medien- und YouTube-Hit. Die im Spiel gegen Stuttgart affichierte Karikatur hat wohl ähnliches Potenzial ...

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