17.01.2019 12:32 |

500 Mio. für Wohnraum

Obdachlose in Seattle: Microsoft sichert Hilfe zu

Der US-Technologieriese Microsoft nimmt 500 Millionen Dollar (439 Millionen Euro) in die Hand, um für günstigeren Wohnraum in der Nähe seines Hauptsitzes bei Seattle zu Sorgen. Der Plan sieht Kredite von 475 Millionen Dollar sowie eine Spende von 25 Millionen Dollar für Hilfen an Obdachlose vor, wie der Software-Konzern ankündigte.

Die Mieten in Seattle und Umgebung seien in den vergangenen acht Jahren um 96 Prozent gestiegen - und das mache es für Menschen mit geringen und mittleren Einkommen schwer, bezahlbaren Wohnraum zu finden, erklärte Microsoft-Manager Brad Smith in einem Blogeintrag.

Der Aufstieg von Amazon mit Hauptsitz in Seattle und zuvor schon von Microsoft aus dem benachbarten Redmond hatte die Region zu einem Technologie-Zentrum gemacht. Auch andere Tech-Unternehmen wie Apple haben hier Standorte, zudem siedeln sich Start-ups an. Mit Zehntausenden gut bezahlter IT-Experten stiegen die Mieten, zugleich gab es mehr Obdachlose.

„Obdachlosen-Steuer“ wurde zurückgenommen
Der Stadtrat von Seattle versuchte im vergangenen Jahr, mit einer neuen Steuer Geld zur Bekämpfung der Obdachlosigkeit zu heben. Größere Unternehmen sollten jährlich 275 Dollar pro Mitarbeiter zahlen. Nach massivem Widerstand aus der Wirtschaft wurde die Entscheidung aber wenige Wochen später wieder zurückgenommen.

Microsoft will jetzt 225 Millionen Dollar zu Zinsen unter dem Marktniveau an Immobilienentwickler verleihen, damit sie günstigeren Wohnraum bauen können. Weitere 250 Millionen Dollar sollen als Kredite zu marktüblichen Konditionen Wohnungen für Menschen mit niedrigen Einkommen unterstützen. Sie sollten denjenigen helfen, die weniger als 60 Prozent des lokalen Durchschnittseinkommens verdienten, schrieb die „Seattle Times“.

San Francisco hat genau die gleichen Probleme
Der Zuzug hochbezahlter IT-Experten, die für Unternehmen wie Apple, Google und andere Giganten der Technologiebranche arbeiten, lässt die Mieten nicht nur in Seattle steigen. Auch im rund 1300 Kilometer südlich gelegenen San Francisco ist die Zahl der Obdachlosen in den letzten Jahren geradezu explodiert.

Auch in Kalifornien sind die steigenden Lebenshaltungskosten durch den Zuzug der IT-Experten ein breitenwirksames politisches Thema. Eine Volksabstimmung unter den Einwohnern San Franciscos, in der die Frage gestellt wurde, ob reiche IT-Konzerne in Form einer Steuer einen Beitrag leisten sollen, um der Wohnungsnot entgegen zu wirken, wurde mit überwältigender Mehrheit mit „Ja“ beantwortet.

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