07.01.2019 15:36 |

Retter im Dauereinsatz

Winterwetter hat fast ganzes Land im Kältegriff

Der Winter hat Österreich auch weiterhin fest im Griff. Große Lawinengefahr, Wetterwarnungen und immer weiter anschwellende Schneemassen - diese Situation gilt für fast alle Bergregionen sowie weite Teile des Landesostens. In den kommenden Tagen müsse außerdem mit einer weiteren Verschärfung der Schneesituation gerechnet werden, prognostizieren die Meteorologen. Vielerorts sind ganze Regionen von der Außenwelt abgeschnitten. In den Wintersportgebieten stehen die Bergretter im Dauereinsatz. Nicht immer können die Helfer das Schlimmste abwenden …

Alleine am Wochenende kamen mehrere Menschen infolge der Wetterlage ums Leben. Ein slowenischer Skifahrer verunglückte am Sonntag im Tiefschnee abseits der Pisten im Skigebiet von Zauchensee in Salzburg tödlich. Eine Schweizerin kam ebenso wie zwei Deutsche in Vorarlberg ums Leben.

Erneut Schneewarnung
Auch diese Woche strömt von Nordwesten her feuchte Luft an die Alpen und staut sich hier. Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik hat daher bereits die nächste Schneewarnung ausgegeben, und für das Wochenende zeichnet sich eine weitere Front ab. 
Wegen des kräftigen Winds muss man mit Schneeverwehungen rechnen. Eine nachhaltige Entspannung ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Für das Wochenende zeigen die Vorhersagemodelle eine weitere Schneefront von Nordwesten her.

Vorarlberg
Die Lawinensituation in Vorarlberg ist am Montag weiter angespannt. Es herrschte oberhalb der Waldgrenzen landesweit große Lawinengefahr der Stufe 4 auf der fünfstufigen Gefahrenskala. Unerfahrenen Wintersportlern wurde dringend geraten, die gesicherten Pisten nicht zu verlassen. Bereits die geringe Zusatzbelastung eines einzelnen Wintersportlers könnte eine Lawine auslösen, hieß es.

Zwar werde die Lawinengefahr bis Dienstag leicht abnehmen, dann beginne es jedoch erneut zu schneien. „Die Lawinengefahr wird somit im Tagesverlauf wieder ansteigen. Auch der Mittwoch bringt weitere Schneefälle“, sah Andreas Pecl von der Landeswarnzentrale in den kommenden Tagen keine nachhaltige Entspannung der Lage.

Salzburg
Auch am Montag blieb die Wetterlage im Bundesland Salzburg angespannt. Die Feuerwehren mussten seit Samstag fast 300 Mal ausrücken, um umgestürzte Bäume zu entfernen oder Fahrzeuge zu bergen. Auch bei der Stromversorgung gab es immer wieder Probleme. Aufgrund der enormen Schneemengen blieb die Lawinengefahr praktisch im ganzen Bundesland groß, also auf Stufe 4 auf der fünfteiligen Skala.

Zudem hielt eine Suchaktion nach zwei Schneeschuhwanderern, die seit Samstag in Abtenau im Tennengau vermisst werden, die Bergrettung in Atem. Am Montagnachmittag wurde einer der beiden - ein 28-jähriger Jäger - tot aufgefunden. Der Mann war von einer Staublawine erfasst und in einen Graben geschleudert worden. Der 28-Jährige wurde bereits ausgegraben und abtransportiert. Wenig später konnte auch seine 23 Jahre alte Begleiterin geborgen werden. Auch für sie kam jedoch jede Hilfe zu spät.

Der Lawinenwarndienst des Landes berichtete am Montag von einer weiterhin angespannten Lage aufgrund der enormen Schneemengen. Die Gefahr, dass Lawinen spontan abgehen, sollte nun aber abnehmen. Einzelne große bis sehr große Abgänge aus stark eingewehten Bereichen seien jedoch weiter denkbar, betroffen sind alle Hangrichtungen. Auch größere Gleitschneelawinen sind möglich.

Tirol
In Tirol herrscht am Montag weiterhin große Lawinengefahr, also Stufe 4 der fünfteiligen Skala. Die „Hauptgefahr“ stellen Neu- und Triebschnee dar, teilte der Lawinenwarndienst mit. Diese könnten an allen Expositionen und allgemein oberhalb der Waldgrenze sehr leicht ausgelöst werden. Die Lawinensituation bleibt auch weiter kritisch. Sollten die prognostizierten Schneefälle eintreffen, sei am Wochenende indes die höchste Lawinenwarnstufe, Stufe 5, „möglich“, so Rudi Mair vom Lawinenwarndienst.

Mit Neuschnee und Wind würden die Triebschneeansammlungen weiter anwachsen, hieß es. Zudem seien zahlreiche mittlere bis große spontane Lawinen zu erwarten. Diese könnten bis in Tallagen vorstoßen und exponierte Verkehrswege stellenweise gefährden. „Für Wintersport abseits gesicherter Pisten sind die Verhältnisse gefährlich“, erklärten die Experten. In den vergangenen 25 Jahren wurde laut Mair zweimal Stufe 5 ausgerufen - rund um das Lawinenunglück in Galtür 1999 sowie an zwei Tagen im Jänner 2018.

Steiermark
Im Großteil der Obersteiermark ist die Lawinengefahr am Montag unverändert auf der zweithöchsten Warnstufe, also groß. Da weiter Schneefall und Sturm herrschten, dürfte mit einer Entspannung nicht zu rechnen sein, wie ein Landeswarnzentrale-Mitarbeiter sagte. Am Montag konnten erstmals Versorgungs- Wettererkundungsflüge mittel Bundesheerhubschraubern durchgeführt werden.

Rund 2000 Menschen sind nach wie vor von der Außenwelt abgeschnitten. Die bereits in den vergangenen Tagen verfügten Straßensperren sind weiterhin aufrecht. Aufgrund des Schulunterrichtsgesetzes seien „bei Ungangbarkeit des Schulweges oder bei schlechter Witterung, wenn dadurch eine Gefährdung der Gesundheit möglich ist, betroffene Schüler aller Schularten zum Fernbleiben vom Unterricht berechtigt“, teilte die steirische Bildungsdirektion am Montag mit.

Niederösterreich
Wegen der aktuellen Wetterlage mit anhaltenden starken Schneefällen und den damit verbundenen Neuschneemengen in den kommenden Tagen wurden die Hochkar Alpenstraße und die gesamte Skiregion wegen Lawinengefahr und Lawinensprengungen „bis auf Weiteres geschlossen“, hieß es von den Wetterexperten. Gäste, Mitarbeiter und Bewohner sollten noch im Laufe des Tages das Gebiet verlassen.

Wien
Der für die kommenden Tage auch in Wien prognostizierte Schneefall und die tiefen Temperaturen stellen vor allem obdachlose Menschen - sowie die betreuenden Organisationen - vor besondere Anforderungen. Die Nachfrage nach Hilfe sei enorm, betonte die Caritas am Montag. Sämtliche Kapazitäten würden stark beansprucht.

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