21.12.2018 06:00 |

Diabetes

Die bitteren Folgen „süßen“ Blutes

Die Zuckerkrankheit kommt selten allein, sondern schädigt ebenfalls den gesamten Körper. Betrofffen sind die kleinen sowie großen Gefäße in Augen, Nieren, Nerven, Herz und Gehirn. Eine gute Einstellung der Körperwerte ist wichtig.

Diabetes selbst spürt man kaum. Doch lange Krankheitsdauer und schlechte Blutzuckereinstellung zerstören die Gefäße zunehmend und können fatale Folgen haben. Diese reichen von Augenerkrankungen wie Netzhautschäden über Durchblutungsstörungen der Beine, Fußamputationen bis zum Schlaganfall und Herzinfarkt. Die wichtigsten Maßnahmen sind deshalb ideale Blutzucker-, Blutdruck- und Blutfetteinstellung. Gefäßverengungen (makrovaskuläre Erkrankungen) stellen die häufigste Komplikation dar, denn sie treten mit höherer Wahrscheinlichkeit öfter, früher und stärker als bei Gesunden auf. Unbehandelt resultiert die fortschreitende Verengung in Angina Pectoris, Herzinfarkt, Schlaganfall und Beingefäßerkrankungen.

„Mikrovaskuläre Leiden betreffen die kleinsten Blutgefäße und kommen nur beim Diabetiker vor. Dazu zählen Schädigungen an den Augen (Retinopathie), den Nieren (Nephropathie) und im Nervensystem (Neuropathie)“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Susanne Kaser, Stellvertretende Direktorin der Universitätsklinik für Innere Medizin I, Innsbruck. „Mögliche frühe Symptome für eine gefährliche Veränderung der Makula sind Sehverschlechterung, verschwommenes Sehen und ,Rußregen‘ vor den Augen (Glaskörperblutung). Bei derartigen Symptomen unbedingt einen Augenarzt aufsuchen!“ Dieser sollte allerdings auch ohne Probleme jährlich eine Kontrolle durchführen.

Bei der diabetischen Nephropathie handelt es sich um eine fortschreitende Erkrankung der Nieren. Sie bezeichnet unter anderem die Gefäßverengung der kleinsten Kapillaren, die durch einen langsamen Verlust der Filterwirkung des Organs gekennzeichnet ist. Damit können schädliche Abbauprodukte nicht mehr abtransportiert werden, Giftstoffe sammeln sich im Blut. „Als erstes Symptom zeigt sich eine erhöhte Eiweißausscheidung, die erst dann auffällig wird, wenn der Patient Ödeme bekommt, seine Beine anschwellen und großflächig Wassereinlagerungen im Körper auftreten“, beschreibt Prof. Kaser.

Ebenfalls häufig kommt es zu einer Schädigung der Nerven, dann liegt eine so genannte Neuropathie vor. Probleme mit jenen in den Beinen tritt zumeist in Kombination mit dem diabetischen Fußsyndrom auf. Beim Typ-1-Diabetiker sollte spätestens fünf Jahre nach Erstbefund eine Untersuchung auf Nervenbeeinträchtigung erfolgen, beim Typ-2-Diabetiker unmittelbar nach der Erstdiagnose. Füße täglich unter die Lupe nehmen!

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Dr. Eva Greil-Schähs, Kronen Zeitung

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