19.12.2018 12:26 |

Fiese neue Drohungen

Bitcoin-Bomben: Ära der digitalen Erpressung kommt

Vor wenigen Tagen gingen in Unternehmen, Behörden und Schulen in den USA und Kanada E-Mails ein. Sie enthielten eine Bombendrohung. Um ein Massaker zu verhindern, so die Absender, müsse das Gegenüber Bitcoins im Wert einiger Tausend US-Dollar überweisen. Bomben wurden keine gefunden, manch eine Innenstadt oder Schule stand aber vorübergehend still. Doch das könnte nur der Anfang sein: Experten erwarten, dass 2019 das Zeitalter der digitalen Erpressung beginnt.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters nach Bekanntwerden der Drohungen berichtete, konnte ein Teil der E-Mails nach Russland zurückverfolgt werden. Doch digitale Drohungen wie diese könnten 2019 zum globalen Phänomen werden, glaubt man beim japanischen IT-Sicherheitsanbieter Trend Micro. Für Cyberkriminelle tue sich durch die Einfachheit der Masche ein ganzes Geschäftsfeld auf.

„Auch, wenn das bisher immer Fakes waren, hat das für die Kriminellen viel Potenzial. Bei 20.000 US-Dollar pro Mail ist da sehr viel Geld drin“, sagt Trend-Micro-Berater Richard Werner zu krone.at. Die Erpresser setzen bei ihren Kampagnen auf Masse. Wenn nur ein Bruchteil der Empfänger Bitcoins überweist, kommt durch den zig-tausendfachen Versand der Mails trotzdem eine Menge Geld zusammen.

Hintermänner sind kaum auszuforschen
Geschnappt werden die Hintermänner dieser Art der digitalen Erpressung selten. Bei der traditionellen Erpressung begibt sich ein Krimineller spätestens bei der Geldübergabe kurz aus der Deckung - der perfekte Moment für den Zugriff der Behörden! Aber wenn die Zahlung per Bitcoin erfolgt und über einschlägige Dienste verschleiert wird, tun sich Ermittler schwer.

Und noch ein weiterer Faktor spielt Erpressern in die Hände - wenngleich er das Risiko für sie erhöht: Spätestens, wenn einer solchen Drohung eine tatsächlich platzierte Vorrichtung folgt, dürfte das die Zahlungsbereitschaft der Bedrohten erheblich steigern. Egal, ob es sich um eine Attrappe oder echten Sprengstoff handelt.

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger
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