Mi, 23. Jänner 2019

Tolle Projekte

12.12.2018 13:35

Der Bundestierschutzpreis 2018 wurde verliehen

Österreich ist in puncto Tierschutz europaweit an der Spitze, und Tierschützer leisten mit ihrem unermüdlichen und oft ehrenamtlichen Einsatz dazu einen wichtigen Beitrag. Bei der Verleihung des Bundestierschutzpreises in der ORANG.erie im Tiergarten Schönbrunn wurden heuer zum fünften Mal innovative und nachhaltige Tierschutzprojekte ausgezeichnet. Moderiert wurde die Preisverleihung von „Krone“-Tierexpertin Maggie Entenfellner.

„Mit dem Bundestierschutzpreis werden Menschen vor den Vorhang geholt, die sich in besonderer Weise dafür einsetzen, Tierleid zu verhindern und dabei oftmals das Wohl der Tiere über ihr eigenes stellen. Dass wir diese Auszeichnung bereits zum fünften Mal vergeben, zeigt, dass das Thema Tierschutz in Österreich in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Ich freue mich besonders, dass ich diesen Preis heuer zum ersten Mal vergeben darf und möchte den Gewinnern sowie allen Nominierten herzlich für ihr Engagement und ihre großartige Arbeit danken“, sagte Sozialministerin Beate Hartinger-Klein bei der feierlichen Verleihung am Dienstagabend.

Aus rund 60 Einreichungen wurden sechs Bewerbungen nominiert und davon drei Gewinner-Projekte gewählt. Die Entscheidung für die Preisträger fällte eine unabhängige und hochkarätig besetzte Jury mit Helmut Dungler (Gründer „Vier Pfoten“), Maggie Entenfellner („Krone Tierecke“), Susanne Fromwald (Vorsitzende des Österreichischen Tierschutzrates), Herbert Haupt (ehemaliger Sozialminister und Tierarzt), Dagmar Schratter (Direktorin Tiergarten Schönbrunn) sowie Josef Troxler (Leiter des Instituts für Tierhaltung und Tierschutz, Veterinärmedizinische Universität Wien). Die Gewinner des Bundestierschutzpreises erhalten jeweils 5000 Euro Preisgeld sowie eine kleine Trophäe.

Gewinner 2018: Vielfältige Initiativen in ganz Österreich
In Österreich teilen wir unseren Lebensraum mit Haustieren, landwirtschaftlichen Nutztieren und Wildtieren – die Gewinner des Bundestierschutzpreises zeigen die ganze Bandbreite des Tierschutzes auf. Der Biohof Harbich von Vinzenz und Julia Harbich liegt im Marchfeld und bietet 230 Rindern, 60 Schweinen und 18 Ziegen Platz. Das Vieh trägt Horn – daher wurde der Platzbedarf angepasst und die Kühe haben um 50 Prozent mehr Platz als von den Bio-Richtlinien vorgeschrieben. Alle Tiere werden selbst geschlachtet und vermarktet. Das nächste Zukunftsprojekt ist eine Schattenallee für das Vieh. Die Familie sieht ihre Wirtschaftsweise als Antithese zur gängigen Fleischproduktion mit immer größeren Betrieben und Schlachthöfen, zu immer knapper kalkulierten Preisen.

Der Reptilienzoo Happ in Klagenfurt ist der artenreichste Reptilienzoo in Österreich. Er bietet über 1000 Tieren eine artgerechte Heimat – angefangen von der Schildkröte über die Gift-Mamba bis zum Krokodil. Vorrangiges Ziel von Helga Happ ist es, das Verständnis für Reptilien und Schlangen in der Bevölkerung zu erhöhen, Generationen von Kinder- und Schülergruppen lernten dort die Welt der Reptilien kennen. In Kooperation mit Land und Bund sorgt die engagierte Zoo-Betreiberin in verschiedenen Projekten und Initiativen für den Artenschutz und den Schutz der Lebensräume bedrohter Reptilien. Als Reptilienauffangstation des Landes Kärnten nimmt der Zoo immer wieder ausgesetzte Reptilien auf. Weiters ist der Reptilienzoo Happ Ausbildungsstätte für Tierpflegelehrlinge und für die Exekutive sowie Kompetenzzentrum für Anti-Gift-Seren.

In Österreich gilt die Kastrationspflicht für Katzen mit einem regelmäßigen Zugang ins Freie. Hier setzt Bianca Heisinger an: Seit drei Jahren fängt sie Streunerkatzen ein und lässt sie in Kooperation mit regionalen Tierärzten kastrieren und medizinisch versorgen. Damit wird die unkontrollierte Vermehrung von Streunerkatzen eingedämmt und unnötiges Tierleid verhindert. Allein 2017 konnte sie im Bezirk Oberpullendorf im Burgenland 256 Katzen behandeln lassen. Ein besonderes Anliegen ist ihr die Aufklärung über die Kastrationspflicht, hierzu hat sie auch eine Publikation verfasst. Daneben betreut sie mehrere Futterstellen für Streunerkatzen. Das alles macht Bianca Heisinger neben einem Vollzeitjob in ihrer Freizeit und finanziert ihre ehrenamtliche Tätigkeit größtenteils aus eigener Tasche.

Die Nominierten 2018
Nominiert war auch die Freiwillige Feuerwehr Eisbach-Rein für die Konstruktion und den Bau einer Rettungs- und Hebevorrichtung für verunfallte Großtiere. Die Feuerwehr kommt nicht nur, wenn es brennt. In den letzten Jahren kam es im Einsatzgebiet der Freiwilligen Feuerwehr Eisbach-Rein im Bezirk Graz-Umgebung vermehrt zu Unfällen, bei denen Großtiere wie Pferde, Kühe oder Schafe in Schächte oder Gruben in Stallgebäuden stürzten und sich nicht mehr aus eigener Kraft befreien konnten. Dabei standen die Helfer der Feuerwehr oft vor dem Problem, dass eine Zufahrt mit Fahrzeugen mit gängigen Hebevorrichtungen zu den verunglückten Tieren nicht möglich war. Eine Rettung der Tiere war nur unter größter Kraftanstrengung mit großem Stress für die Tiere und manchmal auch gar nicht möglich. Für die Kameraden der Feuerwehr war dies nicht akzeptabel. Deshalb entwickelten die findigen Tüftler rund um Einsatzleiter Johannes Koch eine spezielle Hebevorrichtung, die eine rasche und vor allem auch schonende Rettung von verunfallten Großtieren ermöglicht.

Das Überqueren von Straßen endet für Tiere häufig tödlich. Nicht nur Rotwild ist vom Straßenverkehr bedroht, sondern auch kleines, nicht jagdbares Wild wie Igel oder Frösche. Das „Projekt Roadkill“ hat zum Ziel herauszufinden, welche Tiere wo und wann auf Österreichs Straßen überfahren werden. In weiteren Schritten sollen Hotspots identifiziert werden, also Straßenabschnitte, auf denen besonders viele Tiere überfahren werden. Diese sollen dann gemeinsam mit Behörden entschärft werden. Da man für einen guten Überblick täglich hunderte Kilometer Straße abfahren müsste, setzt Projektleiter Dr. Floran Heigl vom Institut für Zoologie an der Universität für Bodenkultur in Wien die Citizen Science als Methode ein. Mittels einer App kann jeder interessierte Bürger auf der Straße gefundene „Road Kills“ an den Projektleiter melden. Alle Daten werden Online in einer interaktiven Datenbank erfasst. Die außergewöhnliche Kombination aus wissenschaftlichem Arbeiten und Einbindung der Bevölkerung in den Prozess einer Problemlösung konnte sich in den letzten Jahren erst so richtig etablieren.

Immer mehr Menschen entscheiden sich für einen Hund aus dem Tierschutz. Der Verein Tierschutzhund.info hilft mit Expertenwissen, bevor ein Tierschutzhund einzieht. Denn die Tiere haben besondere Bedürfnisse. Mit Information und Aufklärung möchten Obfrau Andrea Payer-Bruckner und ihre Stellvertreterin Susanne Schicho Hunden aus dem Tierschutz und deren Adoptanten zu einem harmonischen Miteinander verhelfen und verhindern, dass die Hunde wegen Überforderung wieder abgegeben werden. Dazu stellen werden auf der Website und auch in Form von Vorträgen, Beratungsgesprächen, Seminaren und anderen Veranstaltungen viele Informationen rund um das Thema Tierschutzhund bereitgestellt. Tierschutzhund.info arbeitet mit Kooperationspartnerinnen zusammen, wie zum Beispiel Hundetrainer oder Tierärzten, die besonders mit Hunden aus dem Tierschutz Erfahrung haben.

Über den Bundestierschutzpreis
Das Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz vergibt heuer zum fünften Mal den Bundestierschutzpreis. Der Bundestierschutzpreis ist mit insgesamt 15.000 Euro dotiert. Er wird alle zwei Jahre verliehen. Die vorgestellten Projekte reichen von reinen Tierschutzprojekten über Initiativen, die den Tierschutz mit karitativen Sozialprojekten verbinden bis hin zu Aufklärungsarbeit und Wissenstransfer im Tierschutz. Die Projekte umfassen Nutztiere ebenso wie Heim-, Haus- oder Wildtiere. Alle Infos zum Bundestierschutzpreis 2018 unter www.tierschutzpreis.at. Für die Videos verantwortlich zeichnete sich die Agentur BetterTogether.

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