23.11.2018 11:37 |

Kurioses Referendum

Schweizer stimmen am Sonntag über Kuhhörner ab

Eine kuriose Volksabstimmung geht am Wochenende in der Schweiz über die Bühne: Die Eidgenossen entscheiden am Sonntag, ob Bauern Kühen ihre Hörner entfernen dürfen. Der Landwirt Armin Capaul hat dies mit mehr als 100.000 Unterschriften erwirkt. Der 67-Jährige fordert allerdings kein komplettes Verbot, weil er dafür keine Chance bei der Abstimmung sah. Vielmehr verlangt er Subventionen für jene Bauern, die ihren Tieren - neben Kühen auch Ziegen - die Hörner lassen.

Capaul ist Bergbauer mit Hof im Kanton Bern und kämpft dafür, dass jungen Kälbern nicht mehr mit einem heißen Brennstab die Hornanlagen weggebrannt werden - wenn auch unter Narkose und mit Schmerzmitteln. „Ich habe schon manches Kalb gehört, das vor Schmerz geschrien hat“, sagt er. Landwirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann widerspricht: Er habe Enthornungen als Bub „mit eigenen Augen gesehen und nie den Eindruck gehabt, dass sie leiden“.

Streit um die Bedeutung der Hörner
Um die Bedeutung der Hörner für das seelische Gleichgewicht der Kühe wird seit Jahren gestritten. „Das Horn gibt den Tieren Gelassenheit, innere Ruhe und Sicherheit“, meinte Christian Müller vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau. Bäuerinnen- und Landfrauenverband fürchten dagegen um die Sicherheit der Bauernfamilien. Ausgewachsene Kühe mit spitzen Hörnern könnten eine tödliche Gefahr sein.

Außerdem brauchen Hornkühe größere Ställe. „Wir befürchten, dass bei Annahme der Initiative mehr Kühe im Stall angebunden werden. Das würde dem Tierwohl nicht dienen“, sagte Patrizia Andina von der Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte.

Nur noch wenige Kühe mit Hörnern
In der Schweiz tragen nur noch zehn Prozent der rund 1,5 Millionen Rinder Hörner. Bei manchen Rassen wurden sie ganz weggezüchtet.

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