Mo, 12. November 2018

„Konkrete Schritte“

05.11.2018 14:27

Sex-Übergriffe bei Google: Chef will harte Gangart

Tausende Google-Beschäftigte haben weltweit mit Versammlungen gegen sexuelle Übergriffe in dem Unternehmen protestiert. Im Hauptquartier im kalifornischen Mountain View versammelten sich mehrere tausend Angestellte des Onlinegiganten auf den offenen Flächen zwischen den verschiedenen Firmengebäuden, um ihrem Unmut Luft zu machen. Der Google-Chef will nun als Reaktion „konkrete Schritte“ gegen sexuelle Übergriffe bei dem IT-Giganten setzen.

In Dublin, dem europäischen Google-Hauptsitz, demonstrierten rund 500 Mitarbeiter. Proteste gab es unter anderem auch in New York, Berlin und Singapur. Die Demonstrationen fanden unter dem Motto „Google-Ausstand für wirklichen Wandel“ statt. Die Organisationen warfen der Konzernleitung vor, nicht energisch genug gegen die sexuellen Übergriffe vorzugehen.

Proteste fanden am Donnerstag auch am Hauptsitz der Videoplattform YouTube im kalifornischen San Bruno statt. Hunderte Beschäftigte beteiligten sich daran. YouTube gehört zu Google. Im nahen San Francisco versammelten sich Google-Beschäftigte auf einem Platz im Stadtzentrum. In New York demonstrierten Angestellte in den Straßen des Stadtteils Chelsea.

48 Entlassungen wegen Sex-Vorwürfen
Google-Chef Sundar Pichai hatte vor einigen Tagen mitgeteilt, dass in den vergangenen zwei Jahren 48 Mitarbeiter wegen Übergriffsvorwürfen entlassen worden seien. Er versicherte, dass das Unternehmen eine „immer härtere Linie“ gegen derartiges Fehlverhalten verfolge. Pichai reagierte mit seiner Erklärung auf einen Bericht der „New York Times“. Die Zeitung hatte mehrere mutmaßliche Fälle von sexueller Drangsalierung durch Google-Angestellte enthüllt und dem Onlinegiganten vorgeworfen, solche Vorfälle unter den Teppich zu kehren.

Für besonderes Aufsehen sorgte der Fall von Andy Rubin, dem Schöpfer des Smartphone-Betriebssystems Android. Er hatte Google 2014 verlassen - laut „New York Times“ wegen sexuellen Fehlverhaltens. Das Blatt berichtete, dennoch habe das Unternehmen für Rubin ein Abfertigungspaket im Wert von 90 Millionen Dollar (knapp 80 Millionen Euro) geschnürt. Rubins Sprecher wies die Vorwürfe zurück.

Google-Chef will mehr gegen Übergriffe tun
„Es hat innerhalb des Unternehmens Verärgerung und Frust gegeben“, räumte Konzernchef Sundar Pichai nach den jüngsten Protesten ein. Google sei den eigenen Ansprüchen „eindeutig nicht gerecht geworden“. Zwar sei in den vergangenen Jahren eine „sehr harte Linie“ gegenüber unangemessenem Verhalten eingeführt worden, sagte Pichai laut „New York Times“. Das sei aber nicht immer richtig umgesetzt worden.

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