Mi, 19. Dezember 2018

Causa Eurofighter

04.10.2018 16:26

„Fälschungszeugin“ im Mittelpunkt der Befragung

Ein E-Mail aus dem Jahr 2004 hat am Donnerstag die Befragung der langjährigen EADS-Beraterin Karin Keglevich-Lauringer im Eurofighter-U-Ausschuss geprägt. In diesem warnte sie EADS davor, Gegengeschäfte abzurechnen, die nichts mit dem Eurofighter-Kauf zu tun hatten. Für Peter Pilz von der gleichnamigen Liste ist sie damit Zeugin der Fälschung von Gegengeschäftsbestätigungen. Keglevich-Lauringer erklärte, sich an das Schreiben nicht erinnern zu können.

Zunächst Reinhard Bösch (FPÖ), danach auch Pilz hielten der Zeugin das E-Mail vor. Gerichtet war es an den bei EADS für Gegengeschäfte zuständigen Stefan Moser. „Ich halte diese Form der Abrechnung, wie schon deponiert, für mehr als bedenklich, was die Öffentlichkeit und vor allem die möglichen politischen Reaktionen betrifft. Es kann nur gegen uns ausgehen. Daher möchte ich in keiner Weise irgendeine Firma diesbezüglich ansprechen, da ich mir unbedingt den Rücken freihalten muss“, schrieb Keglevich-Lauringer. Sie helfe immer gerne, aber in diesem Fall „muss ich draußen bleiben“.

Keglevich-Lauringer gestand ein, dass das Schreiben „sichtlich“ von ihr stamme. Erinnerungen daran wollte sie aber nicht haben, weder an die Art der erwähnten Geschäfte, noch was die Bedenklichkeit betrifft. Pilz zeigte sich davon unbeeindruckt. Für ihn ist das Mail „der erste mögliche Sachbeweis, dass in Wien Gegengeschäftsbestätigungen gefälscht worden sind und dass es hier eine mögliche Mitwisserin gibt“. Der Verfahrensrichter fiel ihm hier ins Wort, „Mitwisserin ist ein starker Ausdruck“, meinte er. Pilz korrigierte auf „Zeugin, das reicht vollkommen“.

„Ich bin Marktbeobachterin“
Zuvor hatte Keglevich-Lauringer, die nach der Typenentscheidung pro Eurofighter eine Technologieplattform für Gegengeschäfte geleitet hatte, angegeben, nichts über weitere Firmen, die mit der Abwicklung von Gegengeschäften befasst waren, gewusst zu haben. Ihr Job sei es gewesen, über die Technologieplattform Forschung und Entwicklung nach Österreich zu bringen. Seit 2009 beschränke sich ihr Vertrag mit Eurofighter „auf mediale Aspekte“. Sie beobachte die medialen Meldungen und die politische Szene und übermittle das nach Deutschland. Dort überlege man, ob Schritte notwendig seien. „Ich bin Marktbeobachterin“, so Keglevich-Lauringer.

Die Beraterin wurde ausführlich zu ihrem Verdienst bei EADS befragt. Sie sagte aus, zunächst mit EADS einen jährlichen Vertrag von rund 100.000 Euro gehabt zu haben. Abgerechnet habe sie monatlich. Später habe man die Summe mit je 5000 Euro monatlich zwischen Eurofighter und der Euro Business Development GmbH (EBD), die von EADS mit der Anbahnung und Vermittlung von Gegengeschäften in Österreich beauftragt worden war, geteilt. Mittlerweile bekomme sie 2500 Euro monatlich von Eurofighter.

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