Mo, 24. September 2018

„K+K“ am Waagplatz:

15.09.2018 08:12

Sternstunden in der Tagesbar

Koller + Koller trumpfen mit elegant, urbanem Style auf, verlieren aber die Historie ihres Tradtionshauses nicht außer Augen:

„Architektur heißt für mich, über die Welt nachzudenken“, betont Stephan Ferenczy. Dass es dem Architekten des renommierten Wiener Büros BEHF an Weitblick nicht fehlt, ist an der neuen „Koller + Koller Tagesbar“ nicht zu übersehen, die könnte nämlich locker auch in New York, Mailand oder Paris stehen!

Im Zentrum des Erdgeschosses des Traditions-Gasthauses am Waagplatz thront eine Bar aus Rosso Levanto Marmor, die den Blick auf Nussholz-Möbel bezogen mit schickem dunkelgrünem Leder sowie Messingtischen, die ebenfalls mit Leder in Cognacfarben bezognen sind, freigibt.

„Mit der Auflage der Tische ist es wie mit dem alten Schulranzen, der hat auch erst nach Jahren seinen Charakter und seine Patina erhalten. Somit lassen sich die ersten Kratzer locker verschmerzen“, lacht Ferenczy, der das Projekt „Tagesbar“ in Zusammenarbeit mit Stadtbaumeister Thomas Wagner in den letzten sechs Monaten realisierte.

Auch der Eingangsbereich, in dem man natürlich nach wie vor über Adneter Marmor schreitet, und in dem 2er- und 5er-Logen Geschäftspartnern und Liebespaare gleichermaßen ein ruhiges Platzerl bieten, erscheinen in diesem elegant-urbanen Style.

Das Highlight ist aber mit Sicherheit das schillernde Firmament. Das gesamte Gewölbe im Haupt-, Neben- und Durchgangsraum wurde mit 14.500 patinierten Messingmosaikplatten, die nicht nur die Akustik optimieren, sondern je nach Lichteinfall wie Sterne am Himmelszelt flimmern, verkleidet. Na dann steht die „Tagesbar“, die täglich von 11.00 bis 24.00 geöffnet hat und auf einen schnellen Kaffee, ein Achterl in Ehren, oder ein geselliges Essen mit österreichischen sowie internationalen Köstlichkeiten aus Saravanan Gurusamy Küche einlädt, wohl nicht nur unter einem guten Stern.

Trotz allem verlieren die Besitzer Norbert und Claudia Koller die Geschichte des Traditionshauses, das 1181 erstmals urkundlich erwähnt wurde, und von dem aus im 18. und 19. Jhdt. von der Familie Freysauff schon Erzbischöfe verköstigt wurden, keineswegs außer Augen. Der Adneter Marmor, der sich durchs ganz Haus zieht, spiegelt sich mit 7.500 handgebrochenen Würfeln im schwarzen Terrazzoboden wider. „Mit dem Umbau wollen wir das Gebäude wiederbeleben und mit modernen Akzenten ins 21. Jhdt bringen. Allerdings war es uns wichtig die historische Substanz, die u.a. von Clemens Holzmeister und Gerhard Garstenauer gestaltet wurde, zu erhalten. Und so findet sich die Geschichte in vielen Details und Materialien wieder, und das Design zeichnet sich durch Bestand und nicht kurzweilige Trends aus“, betonen die Kollers, die rechtzeitig zum Ruperti-Kirtag nächste Woche eröffnen und dann neben Espresso und Gin Tonic auch ihren eigene Hauswein, einen Grünen Veltliner von Schloss Maissau kredenzen. Diesen, sowie vereinzelt auch die Messingmosaikfließen ziert im übrigen ihr neues Logo mit einem tanzenden Füchslein und einem Hahn, für das sich Illustratorin Cristina Spano aus Barcelona auszeichnet.

Tina Laske
Tina Laske

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