Linienrichter verletzt

Sturm-Pleite von feiger „Fan“-Attacke überschattet

Ein unfassbarer „Fan“-Skandal hat in Graz beim Duell des SK Sturm gegen AEK Larnaka für Entsetzen gesorgt! Nachdem beim Stand von 0:2 aus Sicht der steirischen Hausherren ein voller (!) Bierbecher von den Rängen her geworfen einen Linienrichter mit voller Wucht am Kopf getroffen hatte, stand sogar ein Spielabbruch im Raum. Der schwedische Haupt-Schiedsrichter Mohammed Al-Hakim schickte die Teams nach dem feigen Becherwurf zwar in die Kabinen, nach mehr als einer halben Stunde Wartezeit wurde die Partie allerdings fortgesetzt.

Freilich: Auch ohne Abbruch wird man bei Sturm Graz wohl noch lange an diesem Spiel zu kiefeln haben, steht man doch durch das 0:2 am Ende vor dem Aus im Europacup und außerdem muss man wohl mit einer saftigen Geldstrafe durch die UEFA rechnen. Wie die Polizei bekannt gab, wurde der Werfer gefasst. Er wurde anhand der Videobilder klar identifiziert.

Aus rein sportlicher Sicht ist festzustellen, dass es für Sturm die bereits zehnte Heimniederlage im Europacup in Folge war - und sie war durchaus verdient! AEK kombinierte sich bereits in den ersten Minuten gefällig Richtung Grazer Gehäuse. Der spanische Trainer Andoni Iraola bot in seiner Elf sechs Landsleute auf, dazu kamen je ein griechisch-stämmiger Australier, ein Niederländer, ein Mazedonier, ein Brasilianer und ein Zyprer. Die Gäste waren bei Temperaturen klar über 30 Grad ballsicherer, aber auch spielstärker, beweglicher und in ihren Aktionen zielgerichteter.

Heiko Vogel war an der Seitenlinie merkbar unzufrieden. Sturms Trainer sah, wie AEK einem Tor nach einer Viertelstunde sehr nahe war. Mittelstürmer Apostolos Giannou scheiterte aus kurzer Distanz an Sturm-Torhüter Siebenhandl (16.), keine Minute später zischte ein Schuss von Acoran über die Latte. Vogel ordnete die Abwehr danach neu, Hierländer rückte in die Viererkette zurück. Probleme hatte Sturm aber weiterhin, so fand ein Querpass der Zyprer im Strafraum der Steirer keinen Abnehmer (28.).

Das Publikum in Graz wurde unruhig, immerhin erfing sich Sturm nach einer halben Stunde und ließ keine Chancen mehr zu. Bis zum Pausenpfiff stand auf der Habenseite für die Grazer aber nur ein Fernschuss von Sandi Lovric (30.). Er hatte den Vorzug vor Markus Lackner erhalten. Halbzeit zwei startete mit einem folgenschweren Fauxpas von Siebenhandl, der nach einem Rückpass mit einem Annahmefehler einen Eckball verschuldete. Für den Teamtorhüter kam es noch schlimmer: Spendlhofer und Siebenhandl machten beim anschließenden Standard keine gute Figur, der Spanier Truyols köpfelte ins leere Tor ein.

Sturm war offensiv nun zwar besser im Spiel, lief aber immer wieder Gefahr, sich Konter einzufangen. So traf Trickovski die Lattenoberkante, im Gegenzug klärte AEK-Schlussmann Tono Ramirez bei einem Schuss von Peter Zulj mit den Fingerspitzen zur Ecke (51.). Unterhaltsam war es allemal, was die beiden Teams den Zuschauern lieferten. Sturm reklamierte noch zweimal Elfmeter, wobei ein Strafstoß bei einem Tackling gegen Zulj (66.) wohl zu geben gewesen wäre.

Auf der Gegenseite klärte Avlonitis noch in extremis gegen den Richtung Tor ziehenden Giannou. Der Angreifer erwies sich aber weiter als nicht zu kontrollieren und legte auch das 2:0 durch seinen Kapitän Trickovski auf. Vier Minuten später erfolgte der Becherwurf. Sturm versuchte nach Wiederanpfiff - anstelle von Klyver stand der vierte Offizielle an der Linie -, den Anschlusstreffer zu erzielen. Für die Vogel-Elf lief aber weiterhin nichts zusammen. Und im Finish musste sogar Hierländer vom Feld, nachdem er einen Gegenspieler mit einem hohen Bein getroffen hatte.

Das Ergebnis:
Sturm Graz - AEK Larnaka 0:2 (0:0)
Graz, Merkur Arena, 7500 Zuschauer, SR Al-Hakim (SWE)
Tore: 0:1 (46.) Truyols, 0:2 (74.) Trickovski
Gelbe Karten: Zulj bzw. Cases, Acoran
Rote Karte: Hierländer (94./Foulspiel)
Sturm: Siebenhandl - Spendlhofer, Avlonitis, Maresic - Koch, P. Zulj, Lovric (64. Lackner), Hierländer, Grozurek (46. Huspek) - Hosiner (57. Eze), Pink
Larnaka: T. Ramirez - Silva, Truyols (80. Tete), Gonzalez, Ioannou (60. Mojsov) - Hevel, Larena - Acoran, Trickovski (77. Tomas), Cases - Giannou

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