Fr, 17. August 2018

„Erfreulicher Verlauf“

08.08.2018 11:15

„Wie von Panzer überfahren“: So geht es Niki Lauda

Wie geht es Niki Lauda nach seiner Lungentransplantation? Diese Frage wurde am Mittwochvormittag bei einer Pressekonferenz im Allgemeinen Krankenhaus in Wien beantwortet. Christian Hengstenberg, Leiter der Universitätsklinik für Innere Medizin II und Leiter der Klinischen Abteilung für Kardiologie, teilte mit, dass Lauda die OP „hervorragend überstanden“ habe. Er konnte bereits nach 24 Stunden extubiert werden und selbstständig atmen.

Obwohl man sich nach einer derart großen OP fühlen würde, „als wäre man von einem Panzer überfahren worden“, hätte man so früh auf die künstliche Beatmung verzichten können, was laut Hengstenberg extrem wichtig für den Heilungsprozess sei. Lauda sei bei Bewusstsein und auch die anderen Organe - dem Patienten wurden schon zweimal Nieren gespendet - seien alle in Ordnung. „Es ist ein sehr, sehr erfreulicher Verlauf“.

Niki Lauda litt „zu keinem Zeitpunkt“ unter einer normalen Sommergrippe, wie Marco Idzko, Leiter der Klinischen Abteilung für Pulmologie, bei der Pressekonferenz betonte. Vielmehr kam es zu einer Entzündung der Lungenbläschen, was eine Zerstörung bzw. Vernarbung des funktionstüchtigen Lungengewebes zur Folge hatte. Da sämtliche medikamentösen Möglichkeiten ausgeschöpft waren, war eine Transplantation notwendig.

Besuche kann Lauda bereits im beschränktem Umfang empfangen, sagte Christian Hengstenberg. Das sei auch für den Heilungsverlauf wichtig, dass er die Unterstützung der Familie spürt und er von ihr begleitet wird. Der Ex-Rennfahrer hat gute Chancen, wieder eine gute Lebensqualität zu erreichen. „Bei Lauda erwarten wir uns wirklich, dass er in ein für ihn normales Leben zurückkehren kann“, sagte Operateur Walter Klepetko, der Leiter der Klinischen Abteilung für Thoraxchirurgie. „Er ist ein international bekannter Kämpfer.“

Unmittelbar nach der Operation wurde der Patient auf die Immunsuppression geschult, um nach der Transplantation zu verhindern, dass der Körper das Spenderorgan abstößt, sagte Peter Jaksch von der Klinischen Abteilung für Thoraxchirurgie. Medizinische Betreuung werde noch „für einige Zeit“ notwendig sein.

Lauda war in akuter Lebensgefahr, seine Lebenserwartung betrug laut seiner Ärzte vor der Lungentransplantation wenige Tage, höchstens Wochen. Sein Fall wurde zur höchsten Dringlichkeitsstufe. Im AKH warten derzeit 120 Notfallpatienten auf eine neue Lunge. Sie warten durchschnittlich - wie Lauda - rund fünf Tage auf das neue Organ.

krone Sport
krone Sport

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Sportticker
Eklat in EL-Quali
Becherwurf in Graz: UEFA vertagt Entscheidung
Fußball National
Runde der letzten 32
Champions League: Hammerlos für St. Pöltens Damen
Fußball National
Abschied nach Saison
Alonso: Darum kehrt er der Formel 1 den Rücken
Video Sport
„Darf sich ausruhen“
Lionel Messi lässt Argentiniens Testspiele aus
Fußball International
Nach Lieferproblemen
2. WM-Stern: Neues Frankreich-Trikot endlich da!
Video Fußball
Brücken-Drama
I: Innenminister fordert Absage von Serie-A-Start
Fußball International

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.