Teamchef in Israel

Ruttensteiner: Darum wollte er Herzog unbedingt

Willi Ruttensteiner, technischer Direktor des Israelischen Fußballverbandes, erklärt im „Krone-Interview“, warum Andreas Herzog sein „Einser-Vorschlag“ als Teamchef war.

„Krone“: Andreas Herzog neuer Teamchef von Israel - ein Coup, mit dem wenige gerechnet haben, eine Überraschung für viele. Wie kam es dazu, welche Rolle spielten Sie dabei?
Willi Ruttensteiner: Ich habe gemeinsam mit dem technischen Komitee des Verbandes ein Profil für den Teamchef erstellt, mich dann auf die Suche gemacht, zuerst den israelischen Markt sondiert, mich danach auch im Ausland umgesehen. Heraus kam eine Liste mit circa zehn Kandidaten, die wurde dann auf drei eingeengt.

Und da fiel schließlich die Wahl auf Andreas Herzog.
Er war mein Einser-Vorschlag, die Herren waren von ihm irrsinnig begeistert, es ging alles sehr schnell - weil beide Seiten es wollten.

Ein wenig kurios ist es schon, dass ausgerechnet Willi Ruttensteiner, jener Mann, der sich 2011 in seiner Eigenschaft als ÖFB-Sportdirektor für einen Teamchef Marcel Koller und gegen Andi Herzog ausgesprochen hat, diesen nun nach Israel holt.
Dazu stehe ich, auch wenn ich weiß, dass der Andi damals sauer und enttäuscht war. Aber ich habe an Marcel Koller geglaubt, war der Meinung, dass Herzog noch nicht so weit ist.

Wieso dann nun die Kehrtwende?
Weil Herzog den richtigen Weg eingeschlagen hat. Er ging mit Jürgen Klinsmann nach Amerika, hat sich beim US-Team weitergebildet, ist vor allem in Bezug auf Nationalmannschaften bestens vorbereitet. Jetzt ist er reif für den nächsten Schritt, der muss einmal gemacht werden - so wie ihn auch ein Pep Guardiola oder Julian Nagelsmann getan haben.

Wo ist Herzog aus Ihrer Sicht reifer geworden?
Er ist mental stark, voll Selbstvertrauen, ein Teamplayer, als Trainer jung und talentiert - das erkannten auch die Herren des israelischen Verbandes sofort.

Wie geht es nun weiter, was sind die großen Ziele?
Für mich gilt es nun, ein starkes Team für und rund um Herzog aufzustellen. Passt alles, bin ich überzeugt, dass wir gemeinsam viel Positives für Israels Fußball bewirken können. Erstes Ziel ist die Quali für die EURO 2020, dann natürlich jene für die WM 2022. Da geben Spieler wie Munas Dabbur Hoffnung.

Wird aber alles seine Zeit brauchen.
Dass dies nicht von heute auf morgen gelingen kann, ist mir, dem Andi und auch allen im Verband klar. Wir wollen uns diese Zeit geben - und Erfolge feiern!

Peter Klöbl, Kronen Zeitung

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