Seit Monaten Chaos:

Innsbruck – das Tiroler Mekka der Baustellen

Tirol
29.07.2018 16:00

Von der Meinhardstraße bis zum Langen Weg, von der Riedgasse bis zur Kaiserjägerstraße, von Kranebitten bis zum O-Dorf! Man hat derzeit den (subjektiven) Eindruck, dass ganz Innsbruck eine Baustelle ist. Und das seit Monaten! Was natürlich für Unmut sorgt - bei Einheimischen und Gästen. Auch die Wirtschaft stöhnt. Anstatt zu arbeiten stehen die Mitarbeiter im Stau...

Baustellen - so weit das Auge reicht! Innsbruck ist seit Monaten die Metropole der Baustellen. Die aktuelle Flut stiftet ein tägliches Chaos und behindert nicht nur Einheimische und Touristen, sondern schafft auch ein veritables Problem für die Tirol Unternehmer.

Wo ist denn der Baustellen-Koordinator?
„Unsere Mitarbeiter verbringen täglich unproduktive Zeit im innerstädtischen Verkehrschaos. Statt unsere Arbeit machen zu können, geht so wertvolle Zeit verloren“, ärgert sich der Obmann der Sparte Handwerk und Gewerbe in der Wirtschaftskammer Tirol, Franz Jirka. Besonders trifft es die Handwerker und Unternehmer von außerhalb, die sich mittlerweile schon überlegen, überhaupt noch Aufträge in der Stadt anzunehmen. Jirka: „Es ist verständlich, dass bestimmte Maßnahmen im Sommer erledigt werden müssen - das gehört aber besser koordiniert! Wir erwarten uns daher in Zukunft eine bessere Koordination und etwas mehr handwerklichen Hausverstand.“ Bei jeder größeren Baustelle sei normalerweise ein Baustellenkoordinator vorgeschrieben. „Die zuständige Koordinierungsstelle der Stadt hat da eindeutig Verbesserungspotenzial. Wir würden uns wünschen, den Verkehr grundsätzlich nicht maximal zu behindern, um möglicherweise eigene verkehrspolitische Grundsätze zu untermauern“, sagt Franz Jirka abschließend.

Rudi Federspiel (FPÖ) (Bild: APA/EXPA/STEFAN ADELSBERGER)
Rudi Federspiel (FPÖ)

Das Chaos erinnert FPÖ an eine Kishon-Satire
Noch viel härter ins Gericht geht Oppositionsführer StR Rudi Federspiel von der FPÖ: „Das ist eine Zumutung. Ich habe den Verdacht, dass dies der grüne Weg ist, den Verkehr aus der Stadt zu ekeln. Den Grünen wäre ja sowieso am liebsten, wenn alle zu Fuß gehen oder mit dem Rad fahren!“ Sogar als Einheimischer tue man sich schwer, den Überblick zu bewahren. Geschweige denn als Tourist. „Ich war selbst sechs Jahre Verkehrs-Stadtrat - so ein unkoordiniertes Chaos hätte es unter mir sicher nicht gegeben“, betont Federspiel. Das Baustellen-Chaos von Innsbruck erinnert ihn an die Bürokratie-Satire „Der Blaumilchkanal“ von Ephraim Kishon: Ein aus dem Irrenhaus entflohener Geisteskranker beginnt mit dem Presslufthammer die Hautverkehrsroute von Tel Aviv aufzureißen. Alle schauen zu und glauben, dass dies eh von den Stadt angeordnet worden sei - fast keiner registriert, dass es sich um die Tat eines Irren handelt...

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