Verstärkungen nötig

Kvilitaia-Schock: Jetzt muss Rapid Risiko nehmen!

Durch Kvilitaias Knöchelbruch verliert Rapid mit einem Schlag einen wiedererstarkten Stürmer und eine Einnahmequelle. Jetzt sind drei Verstärkungen notwendig - das geht nur mit einem „Transferminus“.

„Das ist nicht planbar, wir sind aber handlungsfähig, werden ein schlagkräftiges Team auf die Beine stellen„, kämpft Rapids Geschäftsführer Christoph Peschek gegen die Schockstarre an. Kaum hatte er das “positive Geschäftsjahr„ verkündet, rasselte das Fallbeil auf das 32-Millionen-Budget nieder: Knöchelbruch bei Giorgi Kvilitaia. Mit neun Toren im Frühjahr (endlich) aufgetaut, daher gab’s Anfragen über drei Millionen Euro. So hätte er auch zur “Cash Cow" werden können …

Jetzt ist der Georgier unverkäuflich. Und fehlt bis zu vier Monate, verpasst den Ligastart und die Quali zur lukrativen Europa League. Für Sportchef Fredy Bickel ein Wahnsinn. Denn Rapid steht, da die Leihe von Joelinton endet, plötzlich nur noch mit einem echten Stürmer (Sobczyk, Entrup und Jelic sind nur “Kaderleichen„, die man auch erst anbringen muss) da. Nämlich Neuzugang Andrija Pavlovic.

Keine Chance bei Mwene
Und das Transferplus (knapp eine Million nach der Pavlovic-Investition) dank Louis Schaub hatte Rapid für seinen Ersatz eingeplant. Da stehen die Ösi-Legionäre Nicola Dovedan (Heidenheim) und Konstantin Kerschbaumer (Bielefeld) auf Bickels Liste. Auch Admiras Offensiv-Allrounder Sasa Kaljadzic, aber der trägt derzeit selbst noch Gips.

Damit steckt Bickel in der Zwickmühle, hat aber auch die Baustelle auf der Sechser-Position offen: Dauer-Patient Mocinic wird zum Klotz am Bein, bei Petsos wurde die Option verständlicherweise nicht gezogen. Auer könnte zur Not einspringen. Weshalb Rapid zusätzlich zum fixierten Deal mit Sturms Marvin Potzmann auch U21-Teamspieler Philipp Mwene wollte. Chancenlos. Der Rechtsverteidiger wechselt von Kaiserslautern zu Mainz. Nicht nur finanziell eine andere Liga …

Doch Rapid muss den Plan eines “ausgeglichenen Transfersaldos" verwerfen, jetzt Risiko nehmen. Drei Verstärkungen sind nötig, wenn man keine Stütze mehr verliert und nächste Saison ernsthaft angreifen will. Also Sturm und im Cup. Von mehr träumt in Hütteldorf eh längst keiner mehr …

Rainer Bortenschlager, Kronen Zeitung

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