Mo, 10. Dezember 2018

Fatales Gutachten

18.04.2018 16:20

Drama um Ella (4): „Reanimation im Zeitlupentempo“

Die zarte Babyhaut ist dunkelblau gefärbt, ihr Herz steht still, sie kann nicht mehr atmen. Krankenschwestern versuchen, Ella zu reanimieren, Kinderärzte sind keine zu finden im Wiener St.-Josef-Spital. Laut brisanten Gutachter-Protokollen kämpfte die Kleine fast eine Stunde um ihr Leben …

Ein unfassbarer Kampf, den das Mädchen gewonnen hat. Wie berichtet, ist Ella heute fünf Jahre alt. Sie weiß nicht, was es bedeutet, wie andere Kinder in ihrem Alter herumzutoben und draufloszuplaudern.

Gutachten mit brisantem Inhalt
Ella kann nicht sprechen, sich nicht frei bewegen, nicht essen - obwohl sie am 15. Juli 2013 als völlig gesundes Baby zur Welt kam. Wenige Stunden später überschlugen sich die Ereignisse, bei Mama Claudia Moosbrugger kam es zu Komplikationen, sie bekam eine Vollnarkose. Baby Ella wurde ihr trotzdem im Bett an die Seite gelegt - und mit Atem- und Herzstillstand aufgefunden. Dafür verantwortlich will im Spital niemand sein. Zwei von Alfred Boran, dem Anwalt der Familie, in Auftrag gegebene Gutachten sind jedoch brisant.

Reanimation im Zeitlupentempo“
„Ella wurde der Verantwortung ihrer völlig übermüdeten Mutter (24-stündige Wachzeit, anstrengende Geburt, Vollnarkose) überlassen“, schreibt Gutachter Peter Frigo. „Die Reanimation erfolgte insuffizient und im Zeitlupentempo und führte dokumentiert zu einem Sauerstoffmangel und einer Schädigung des Kindes.“

Zwischen 56 und 60 Minuten soll die Kleine nach Luft gerungen haben, bevor sie intubiert wurde. Boran: „Das Pflegschaftsgericht hat einen angedachten Vergleich seitens des Spitals in der Höhe von 100.000 Euro als weit zu gering abgelehnt.“ Er kämpft jetzt um Millionen für Ella. „Eine ordentliche Erhöhung wäre mehr als angebracht.“ Denn Ella wird nie erfahren, wie es gewesen wäre, Kind zu sein.

Sandra Ramsauer, Kronen Zeitung

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