15.10.2009 18:38 |

Play-off-Auslosung

Wer sichert sich "Rest-Tickets" für die WM?

Kroatien, Tschechien, die Türkei und Schweden: Das sind die großen europäischen Abwesenden bei der kommenden Fußball-WM 2010. Portugal dagegen erhält eine zweite Chance. Die Equipe um den derzeit verletzten Cristiano Ronaldo darf am 14. und 18. November im Play-off um die Fahrkarte nach Südafrika spielen. Die Portugiesen sind bei der Auslosung am Montag in Zürich ebenso gesetzt wie Frankreich, EM-Halbfinalist Russland und Ex-Europameister Griechenland.

Die möglichen Gegner des Quartetts sind die Ukraine, Irland, Bosnien-Herzegowina und Slowenien. Als schwächster Gruppenzweiter dagegen steht Norwegen bereits als WM-Zuschauer fest.

13 Plätze stehen Europa für Südafrika zur Verfügung. Die Schweiz und die Slowakei sicherten sich am Mittwochabend als Gruppensieger die Nummern acht und neun. Zuvor waren bereits die Niederlande, England, Spanien, Deutschland, Dänemark, Serbien und Italien als WM-Teilnehmer festgestanden. Während die Slowaken dank eines Eigentores zum 1:0 in Polen ihr erstes WM-Ticket lösten, zitterten sich die Schweizer zu einem 0:0 gegen Israel.

Alle Infos zu den Quali-Spielen vom Mittwoch findest du in der Infobox!

Die Schweizer mussten im Entscheidungsspiel gleich auf drei Schlüsselspieler verzichten, die sich einen Virus eingefangen hatten - Torhüter Diego Benaglio, Mittelfeldspieler Benjamin Huggel und Stürmerstar Alexander Frei. "Sie waren sehr enttäuscht, das verstehe ich", erklärte Teamchef Ottmar Hitzfeld. "Aber ich bin der Trainer und habe die Verantwortung. Es stand eine WM-Teilnahme auf dem Spiel."

Schweden enttäuscht: "Das Ende ist bitter"
Da sich die Portugiesen auch ohne den am Knöchel verletzten Ronaldo mit 4:0 gegen Malta keine Blöße gaben, verpassen die Schweden erstmals seit 1998 ein Großereignis. "Wenn es vorbei ist, ist es vorbei. Es war eine großartige Reise, aber das Ende ist bitter", gestand Schwedens Teamchef Lars Lagerbäck nach dem bedeutungslosen 4:1 gegen Albanien.

Die Vorentscheidung war bereits am Samstag durch eine 0:1-Niederlage bei Gruppensieger Dänemark gefallen. Davor hatte es lange Zeit danach ausgesehen, als ob Portugal bei der WM zuschauen müsste. "Es ist enttäuschend, die WM zu verpassen", sagte Lagerbäck, der das Drei-Kronen-Team seit dem Jahr 2000 betreut. Barcelona-Stürmer Ibrahimovic musste zudem mit einer Knieverletzung vorzeitig vom Platz.

Beckham wie Obama?
Die Ukraine verabschiedete Kroatien mit einem 6:0-Sieg in Andorra. Vorentscheidend war ein 1:0 am Samstag gegen die bereits fix qualifizierten Engländer. England beendete die Qualifikation mit einem souveränen 3:0 gegen Weißrussland, bei dem der eingewechselte David Beckham als Spieler des Spiels ausgezeichnet wurde. "Für 30 Minuten? Das ist fast so, als ob Obama nach nur neun Monaten als US-Präsident den Friedensnobelpreis gewinnen würde", scherzte England-Teamchef Fabio Capello.

Die souveräne Quali war Balsam auf die Wunden des englischen Fußballs, hatten die "Three Lions" doch die EURO 2008 verpasst - ausgerechnet gegen die Kroaten, die sie diesmal ins Verderben schickten. Beckham muss trotz der ansprechenden Leistung um seinen Platz im WM-Aufgebot bangen. Um seine Chancen zu vergrößern, will der Superstar im Frühjahr erneut auf Leihbasis für Milan spielen. "Es ist noch ein weiter Weg bis zur WM", erklärte Beckham. "Aber ich werde hart arbeiten und alles dafür geben."

Spanien mit makelloser Bilanz
Als einer der Topfavoriten geht Spanien ins WM-Turnier - nach einer makellosen Qualifikation mit zehn Siegen in ebenso vielen Spielen. Den Gruppenzweiten Bosnien fertigten die Spanier, am 18. November in Wien nächster Testspielgegner der ÖFB-Auswahl, mit einem besseren B-Team zum Abschluss auswärts mit 5:2 ab. Vor einer Blamage bewahrte Alberto Gilardino Weltmeister Italien mit einem Hattrick in der Schlussviertelstunde zum 3:2 gegen Zypern.

Ein Glückstor von Lukas Podolski rettete Deutschland in der Schlussminute ein 1:1 gegen Finnland. Die Deutschen sind bei der Endrunden-Auslosung am 4. Dezember in Kapstadt ebenso sicher als Gruppenkopf gesetzt wie Titelverteidiger Italien, Rekordweltmeister Brasilien und Veranstalter Südafrika. Gute Chancen haben auch Europameister Spanien, England, Argentinien und Frankreich, sofern der Vizeweltmeister von 2006 das Play-off übersteht.

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